Bin ich mit 63 Jahren auch betroffen?

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Alte-Zöli?
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Bin ich mit 63 Jahren auch betroffen?

Beitragvon Alte-Zöli? » 19 Jul 2019 19:44:08

Hallo an alle hier!
Bevor ich meine Geschichte erzähle, möchte ich meinen Dank an alle aussprechen, die dieses Forum mit Inhalt füllen: für mich äußerst interessant, hilfreich und informativ!

Zur Zeit weiß ich es noch nicht sicher, aber einiges deutet darauf hin, dass bei mir nun im fortgeschrittenen Alter von 63 Jahren Zöliakie diagnostiziert wird. Durch Internetrecherche bin ich selbst drauf gekommen. Nun war es unglaublich schwierig trotz privater Krankenversicherung kurzfristig einen Termin zur Darmspiegelung zu bekommen! Erst als ich zur stationären Aufnahme im Krankenhaus bereit war, bekam ich doch den ambulanten Termin innerhalb einer Woche, das ist am kommenden Mittwoch!

Zu der Vorgeschichte: vor gut 3 Monaten bekam meine Hündin Welpen. Die Wochen vor dieser Geburt waren auch äußerst stressig, da ich wegen eines komplizierten Bruchs noch operiert werden musste. An dem Tag als die Welpen da waren hatte ich den ersten Durchfall, der mich bis heute begleitet hat. Hauptsächlich morgens sprinte ich 2-10 mal vom Bett zur Toilette, manchmal auch noch mittags nach dem Essen einige Male, Zwar wurde zwischenzeitlich für ca. 4-5 Tage besser... doch dann holte der Durchfall mich wieder ein. Meine Vermutung; ich bin - nachdem alle Welpen abgegeben waren - mit Wohnwagen in Urlaub gefahren und habe mir dort jeden Morgen zwei Brötchen zum Frühstück gegönnt (sonst esse ich morgens nur Joghurt mit bisschen Müsli). Der Durchfall war unvermindert wieder da und zieht mir nun fast den Boden unter den Füßen weg. Ich habe Muskelkrämpfe, leide unter leichter morgendlicher Depression und bin völlig antriebslos. Da mir aber nach wie vor das Essen schmeckt, habe ich nicht mal ein Pfündchen an Gewicht verloren, was ja eigentlich auch ein gutes Zeichen ist!

Ach ja: nicht untypisch: seit fast 30 Jahren ist bei mir Hashimoto Thyreoiditis bekannt.
Also: auf kommenden Mittwoch bin ich gespannt und werde - falls sich der Verdacht bestätigt - hier sicher fleissig mitlesen und -schreiben!

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Sibylle
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Re: Bin ich mit 63 Jahren auch betroffen?

Beitragvon Sibylle » 19 Jul 2019 20:30:26

Hallo Alte-Zöli? !
Na dann sind wir mal gespannt auf nächste Woche.
Berichte mal, was rausekommen ist. Auch wenn sich dein Verdacht nicht bestätigen sollte.
Liebe Grüße, Sibylle
-----------
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Re: Bin ich mit 63 Jahren auch betroffen?

Beitragvon Marion1951 » 20 Jul 2019 09:20:54

Hallo,
ersteinmal herzlich Willkommen hier.
Meintest Du Magenspiegelung mit Dünndarm Biopsie?
Denn bei Darmspiegelung kann man ja eine Zöliakie nicht
entdecken.

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Re: Bin ich mit 63 Jahren auch betroffen?

Beitragvon Alte-Zöli? » 20 Jul 2019 12:46:11

Hallo Marion,
tja, also den Termin habe ich zur „Koloskopie“, also Darmspiegelung.
Allerdings habe ich gestern beim Vorgespräch der Assistenzärztin erzählt, dass der Verdacht auf Zöliakie besteht. Aber wie dem auch sei, herzlichen Dank für deinen Hinweis!
Vor der Untersuchung am Mittwoch werde ich den Arzt nochmal explizit fragen, ob mit der geplanten Untersuchung Zöliakie bestätigt bzw. ausgeschlossen werden kann!

ChristinaUndKids
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Re: Bin ich mit 63 Jahren auch betroffen?

Beitragvon ChristinaUndKids » 24 Jul 2019 08:35:06

Hallo Alte-Zöli

Starker Durchfall kann auf eine Lymphozytäre Colitis (Dickdarmentzündung) hinweisen als Langzeitfolge einer unentdeckten Zöliakie.

Man entdeckt diese nur unterm Mikroskop und durch eine Stufen-Biopsie in (Magen und) Darm.

Vielleicht ist das ein hilfreicher Hinweis für Dich und Deinen Arzt.

Lieber Gruß, Christina

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Re: Bin ich mit 63 Jahren auch betroffen?

Beitragvon Alte-Zöli? » 24 Jul 2019 17:58:08

hallo liebe Zöli-Interessierte und -Leidende!

Also auf meinen Hinweis -es könnte ja Zöliakie sein- hat der Arzt es heute tatsächlich für sinnvoll gehalten, sowohl den Darm als auch den Magen zu spiegeln!
Ich hatte entsetzliche Angst, nicht vor der Untersuchung und auch nicht vor ggfs. weiterhin Verdacht auf Zöliakie, eher vor sonstigen bösartigen Diagnosen.

Der Arzt konnte tatsächlich fantastisch mit einem Jammerläppchen wie mir umgehen! Das erste was ich hörte, als ich nach der Untersuchung die Augen aufmachte, war die Stimme des Arztes: kein Anlass zur Sorge!

Eine Stunde später hatte ich dann noch ein ausführlicheres Gespräch...
er meinte, der Dünndarm würde für ihn nicht nach Zottenatrophie aussehen, aber Gewissheit würde natürlich der Laborbefund liefern! Auch sonst würde der Dünndarm keine deutlichen Anzeichen von Entzündung zeigen.
Lediglich der Magen wäre leicht gereizt und im Darm hätten sie auf ca. 70 cm einen kleinen Polypen entfernt! Von extremen Verwachsungen im Darmbereich (ausgeprägte Endometriose) wusste ich bereits und habe ihn auch vor der Untersuchung darauf hingewiesen!

Also für‘s erste bin ich sehr entspannt und beruhigt!

Die letzten Tage hatte ich - um mich zu informieren und abzulenken - hier sehr viel gelesen....
deswegen möchte ich jetzt diesem Forum ein Riesenlob aussprechen!
Zum einen ist die Atmosphäre hier vorbildlich, heutzutage fast eine Ausnahme!
Und.... hier sind Leute unterwegs.... deren Fachkompetenz zum Thema erscheint mir außerordentlich! Und diese lieben Menschen, die zum Teil schon hunderte bis tausende Beiträge/Antworten geschrieben haben, treffen immer die richtige Tonlage! Sie antworten informativ und aufklärend, aber auch mit viel Einfühlungsvermögen und Aufmunterung den Leuten die vielleicht „aufgebaut“ werden müssen und „regulierend“ denen, die sich weit aus dem Fenster lehnen oder offensichtlich noch nicht ganz den richtigen Weg gefunden haben!

Für mich weiß ich ja noch nicht sicher, wie die Diagnose am Ende sein wird, aber ganz sicher weiß ich, dass ich bei positiver Diagnose hier aktiv sein werde!

Ganz lieben Dank
Ute

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Re: Bin ich mit 63 Jahren auch betroffen?

Beitragvon Die.L » 25 Jul 2019 21:11:31

Moin Ute,
ich weiß ja gar nicht, was ich Dir wünschen mag!
Erstmal danke für Deine lobenden Worte. Dieses Forum hat auch uns damals einen mustergültigen Schnellstart ins gf Leben geschenkt.
Und das ist auch schon das Stichwort: darf ich Dir wünschen, dass es Zöliakie ist? Dann hättest Du eine ganz simple und absolut wirkungsvolle Behandlungsmöglichkeit und da Du nicht jahrzehntelang mit Symptomen herumgelaufen bist, vermutlich auch keinerlei Folgeschäden.
Außerdem hätten wir dann eine nette, wortgewandte Mitschreiberin gewonnen :-)
Auf der anderen Seite kann man nicht guten Gewissens jemandem eine lebenslange Diagnose an den Hals wünschen...

In diesem Sinne: halte uns auf dem Laufenden!
Schöne Grüße von Heike!
Mit Tochter aus 02/2004 (Zöliakie diagnostiziert seit 10/2013)
Für mich seit 06/2017 Diagnose antikörpernegative Zöliakie

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Re: Bin ich mit 63 Jahren auch betroffen?

Beitragvon Alte-Zöli? » 29 Jul 2019 14:18:28

Ihr Lieben....

vor einer halben Stunde hat mich der Chefarzt, der letzten Mittwoch die Magen- und Darmspiegelung durchgeführt hat, angerufen...
Na klar, mir dem alten Jammerläppchen rutscht natürlich erstmal das Herz in die Hose!

Also die liebe Christina ( ChristinaUndKids) lag tatsächlich richtig mit ihrem Hinweis:
es könnte ja auch „Lymphozytäre Colitis„ sein!
Ja genau das ist es! Natürlich habe ich nicht sehr lange mit dem Arzt gesprochen, habe ihn gebeten, den Befund direkt an meinen Hausarzt zu schicken. Dort gehe ich dann morgen hin!

Christina, ist es tatsächlich so, dass die Colitis als Spätfolge einer Zöliakie auftreten kann? Meinen Hausarzt brauche ich da - glaube ich - nicht zu fragen!

Jedenfalls bleibe ich noch gerne hier im Forum und danke allen, die hier sehr viel Aufklärung und Informationen weitergeben und tolle Unterstützung leisten!

Liebe Grüße Ute
die nun endlich weiß, warum sie seit Wochen und Monaten in den Seilen hängt!

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Re: Bin ich mit 63 Jahren auch betroffen?

Beitragvon Christine3 » 11 Aug 2019 22:26:19

Hallo, "Alte Zöli" ich schaue sporadisch hier mal rein und hab Deinen Post gelesen. Bei mir wurde - auch auf der Suche nach Zöliakie eine kollagene Collitis diagnostiziert. Das ist , wie Du sicher inzwischen aus der Falk-Broschüre weist, eine etwas andere Form der mikroskopischen Colitis. Warscheinlich wirst Du auch mit dem zur Zeit einzigen wirksamen Medikament, das es auf dem Markt gibt , behandelt, einem hauptsächlich lokal im Dickdarm wirksamen Cortisom... So weit ich bislang gelesen habe , gibt es von beiden Formen ganz unterschiedliche Verläufe, von ganz leicht bis ziemlich heftig. Manche Leute nehmen das Budenosid einmal , und haben danach Ruhe, andere müssen es quasi lebenslang einnehmen. Alle bekommen erzählt, das es nichts mit Ernährung zu tun hat, so steht es auch in der Falk-Broschüre, die Du sicher bekommen hast ... Wenn Du hier im Forum meine (wenigen) Beiträge suchst, kannst Du meine Story genauer nachlesen...jedenfalls hatte ich vor der Diagnose schon viel Durchfälle ( so 3 - 7 mal tgl) .Ich bekam natürlich das Medikament verschrieben; hab aber erstmal mit der Einnahme noch gewartet, und , auch wenn bei mir keine Zöli diagnostiziert wurde, glutenfrei gegessen; zunächst allerdings nicht so genau auf die berüchtigten "Spuren" geachtet. Die Häufigkeit der Durchfälle war innerhalb weniger Tage geringer, höchstens noch 3 mal.Ich habe aufgehört Kaffee zu trinken, und bei Kopfweh etc nehme ich nicht mehr ASS/Ibu/ Paracetamol , sondern Novalgin . Das muss von der Hausärztin verschrieben werden.Habe nach und nach herausgefunden, was ich gut vertrage und was nicht - da war es für mich sehr hilfreich, mich an einer sog. Fodmap-Tabelle zu orientieren; und seit ich auch auf GlutenSpuren(also z.B. eigene Butter, eigenes Schneidebrett etc) achte , geht es mir tatsächlich recht gut; normalerweise 1 mal tägl. Stuhlgang. Mit dem Essen - das ist schon recht einschränkend; Essengehen kommt kaum noch in Frage; und jeder "Fehler" macht sich leider unmittelbar in den nächsten Stunden/Tagen bemerkbar( z.B.:getrocknete Zwiebel in der Gewürzmischung; glutenfreie Haferflocken, Tomaten nicht abgezogen und entkernt; zuviel Zucker/Fruchtzucker; Hustenbonbon mit Sorbit usw.), und der Darm braucht 1 - 2 Wochen, um sich wieder ganz zu beruhigen. Es ist also nicht so, das alles völlig normal wäre, wie früher ...aber: Cortison habe ich bisher nicht nehmen müssen... - mir ist bewusst, dass sich das jederzeit ändern kann, vielleich hab ich einfach nur Glück bisher; .. jedenfalls möchte ich Dich ermutigen, neben der Cortison-Therapie (falls die für Dich nötig ist ) auch zu schauen, ob Dir eine zusätzliche ERänhrungsumstellung hilft. Alles Gute jedenfalls!


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