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Stephei
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Hallo

Beitragvon Stephei » 30 Dez 2019 13:20:31

Hallo zusammen. Schon seit zwei Jahren ernähre ich mich glutenfrei. 2016 hatte ich drei Magenspiegelungen, war zweimal in KH und eine Darmspiegelung und ein CT vom Bauch. Raus kam eine eventuelle Zöliakie. Die Blutwerte waren in Ordnung. Außer das Endomysium war erhöht. Bei der Dünndarmbiopsie kam Marsh 1 raus. Das war allerdings unter glutenfreier Kost, weil mir im KH gesagt wurde, dass ich glutenfrei essen solle, wenn es mir gut tut. Ich sollte laut dem Gastroenterologen glutenfrei essen und wenn es besser ist, ist es eine Zöliakie. Jetzt ist es so, dass ich seit einiger Zeit trotz glutenfrei wieder Probleme mit dem Magen habe. Und mir auch oft schwindlig ist. Leider habe ich das Gefühl, dass mich mein Hausarzt nicht ernst nimmt. Jeder in der Familie sagen mir, dass das an meiner glutenfreien Ernährung liegt. Ich solle wieder normal essen. Wenn ich allerdings normal ( mit Gluten) esse, bekomme ich Durchfall oder Bauchprobleme.
Was ist zu tun? Habt ihr eine Idee?

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Re: Hallo

Beitragvon Die.L » 30 Dez 2019 13:45:55

Moin,
meines Erachtens bleibt Dir jetzt nur, Dich wirklich, wirklich absolut gf zu ernähren und dann nach ein paar Monaten noch einmal Bluttest und Spiegelung über Dich ergehen zu lassen. Wenn dann die Antikörper auf null und die Schleimhaut absolut schick ist, dann weißt Du bescheid.

Mit absolut gf meine ich:
- keinerlei Essen außerhalb
- keine gf Weizenstärke
- keine gf Haferflocken
- keine Lebensmittel mit Spurenwarnung
- keine Lebensmittel, die leicht verseucht sein können wie Buchweizen oder Sachen, von denen es viele verschiedene, auch glutenhaltige Sorten gibt (Kontaminationsgefahr groß)
- pingeligste Überprüfung der Vorräte und der häuslichen Umgebung: Sprungweite von Brötchenkrümeln, Siebe, Pfannenwender, Reinigungsutensilien...

Keinerlei Pannen!!!

Erst, wenn das so weit gegeben ist, kann man sich Gedanken um andere Baustellen machen.
Schöne Grüße von Heike!
Mit Tochter aus 02/2004 (Zöliakie diagnostiziert seit 10/2013)
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Re: Hallo

Beitragvon Stephei » 31 Dez 2019 11:57:13

Danke für deine Antwort. Du meinst absolut glutenfrei hilft. Ich kann es probieren. Hatte vor Weihnachten auch einen Magen-Darm-Infekt (Diagnose laut Hausarzt). Im November wurde Blut genommen und auch die Gluten Marker mit untersucht. Da war alles in Ordnung. Aber trotzdem ist mir immer schwindlig und leicht schlecht. Es war 2016 auch so und es wurde von allen Ärzten als psychisch abgestempelt. Nur meine Hausärztin meinte, das ist eine Zöliakie. Sie kennt sich da etwas aus. Ihre Söhne haben das auch.
Zumindest wäre ich gerne wieder energiegeladener. Der Schwindel und die leichte Übelkeit sind echt kraftraubend. Kennt ihr die Symptome auch trotz glutenfreier Kost?

Gruß
Stephei

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Re: Hallo

Beitragvon Die.L » 01 Jan 2020 10:42:08

Moin,
erstmal ein frohes neues Jahr!

Die Beurteilung Deiner Diät über die Antikörper wird nicht aussagekräftig sein, da Du ja auch zu Beginn nur leicht erhöhte Werte hattest (ich bilde z.B. keine der routinemäßig getesteten AK!).
Mein Kind allerdings tut das, und da sie zuerst die Diagnose und vor allem auch massive Symptome hatte, konnten wir direkt mit aller Pingeligkeit starten und üben.
Ihr Wert ging innerhalb von drei Monaten von über 300 auf 10 zurück (Grenzwert 7-10). Und das trotz Mittagessen in der Hortmensa.
Später wollte sie wirklich, wirklich herzlich gerne Haferflocken probieren. Nach insgesamt zwei Esslöffeln über ein paar Tage verteilt hat sie selbst die Packung verschenkt.
Ich bin also gleich für meine Diagnose auch für mich pingeligst eingestiegen (bei mir ging die Diagnose auch nur so, wie ich es für Dich jetzt vorgeschlagen habe).
Den Versuch mit dem „gf“ Bier aus Gerstenmalz mit Siegel habe ich zügigst beendet... hat mir nicht gut getan (mal ab vom Alkohol...).
Schöne Grüße von Heike!
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Re: Hallo

Beitragvon Stephei » 01 Jan 2020 12:09:12

Danke für die Info. Werde Mal alle Lebensmittel mit Spüren weglassen. Ich habe gedacht, Milka Alpenmilch Schokolade ist glutenfrei. Außerdem habe ich am 10.1. wieder einen Termin beim Hausarzt. Vielleicht komme ich so weiter!? Gibt es im Raum Bruchsal einen Spezialist für Zöliakie?

Gruß
Stephei

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Re: Hallo

Beitragvon moni130 » 01 Jan 2020 15:00:23

Hallo Stephei,

ein gutes Neues Jahr wünsche ich Dir und dass Du ab heute selbst zum Spezialisten für Zöliakie wirst. Es wird Dir nämlich kein Arzt Deine Einkäufe kontrollieren. ;-) Das musst du mit dem u.a. auch durch Hilfe dieses Forums erworbenen Wissen selbst tun. Du bist ganz allein selbst verantwortlich dafür, was Du zu Dir nimmst. Und wenn es nicht ausschließlich das ist, was keine Reaktion hervorrufen kann, na dann brauchst Du Dich auch nicht wundern, wenn es Dir nicht gut geht. Erst mal absolute Ruhe an dieser Front schaffen indem alle Stoffe ausgeschaltet werden, die im Verdacht stehen, eine immunologische Reaktion hervorrufen zu können. Wenn dann weiterhin Beschwerden bestehen sollten, dann kann man noch nach möglichen anderen Ursachen suchen. Aber vorher ist es nur sinnlose Kostentreiberei.

Vergiß die Ratschläge aus Deiner Familie, obwohl sie in gewissem Sinne vielleicht nur haarscharf an der Problematik vorbei argumentieren. Wenn Du nämlich Deine Ernährung hauptsächlich aus gf Diätprodukten bestreitest, anstatt Dich an natürlicherweise glutenfreie Nahrungsmittel zu halten, auch dann ist es kein Wunder, wenn es Dir zunehmend schlechter geht. Zuuuu leicht kommt man mit diesem Diätzeugs bei wichtigen Stoffen, die man bei normaler Ernährung automatisch ausreichend zu sich nimmt, in ein Defizit, das sich mit der Zeit mehr und mehr ausprägt. Ich habe es vor Jahren schon mal an einzelnen Beispielen etwas konkreter beschrieben: "Der tägliche Bedarf an den Vitaminen B1 und B6 wird von 100 g Weizenvollkornmehl zu 47 % und zu 38 % gedeckt, mit 100 g glutenfreier Brotmehlmischung dagegen nur zu 8 % bzw. 1 %. Das bedeutet, dass glutenfreie Mehlmischungen, im Gegensatz zu glutenhaltigen Mehlen so gut wie gar nichts zur Versorgung mit diesen wichtigen Vitaminen beitragen! Ähnlich erbärmlich ist es bei Magnesium und Zink. Und das bringt selbstverständlich die Gefahr von Mangelerscheinungen mit sich!" Und das dürfte auch noch für andere Stoffe gelten.

Außerdem kommt es ja nicht nur auf die Inhaltsstoffe an, sondern auch darauf, wie die verwertet werden können. Wenn man sich zu 99,99 % glutenfrei ernährt, dabei vorwiegend die speziellen gf Diätprodukte verzehrt, erwischt man auf jeden Fall wenig von einigen wichtigen Stoffen. Aber die werden noch nicht mal richtig verwertet, weil die 0,01 %, um die die korrekte glutenfreie Ernährung verfehlt wird, locker ausreichen, um die Darmschleimhaut daran zu hindern, richtig auszuheilen und alle Stoffe aus der Nahrung richtig zu verwerten. Also ist es so doppelt doof!

An der Zöliakiediagnose zu zweifeln, dafür gibt es keinen Grund! "Endomysium war erhöht" und in der Biopsie Marsh I unter gf Ernährung, das reicht! Bei mir waren die diagnostischen Kriterien ähnlich dürftig erfüllt - und ich kann gar nicht sagen, wie froh ich bin, dass ich nach unendlichen ärztlichen Irrwegen die Kurve gekriegt habe, das Richtige für mich zu finden.

Alles Gute,
Monika
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Re: Hallo

Beitragvon Stephei » 02 Jan 2020 20:51:12

Hallo Monika, du bist die erste, die sagt, dass die Werte für die Diagnose Zöliakie ausreichen. Keiner der Ärzte hat die Diagnose ernst genommen. Es wurde als psychosomatisch abgestempelt und ich war auch sieben Wochen in einer psychosomatischen Klinik. Ich hatte mich nach der Diagnose 2017 bei der DZG angemeldet und auch nach den Buck der DZG eingekauft. Laut diesem sind einige Milka Schokoladen glutenfrei und auch Nutella (nur als Beispiele). Kann man nach dem Buch doch nicht gehen, weil da ja immer von Spuren die Rede ist? Sehr schwierig finde ich das Essen in der Mensa bei der Arbeit. Da gibt es nichts glutenfreies. Und was kann man mitnehmen ausser glutenfreie Brötchen. Ich weiß gerade nicht mehr wirklich weiter? Dass ich mich absolut glutenfrei ernähren soll, ist mir klar. Das habe ich in den letzten beiden Jahren auch gemacht. Ich hab mich absolut glutenfrei ernährt. Deshalb verstehe ich nicht, wo jetzt die Probleme her kommen.

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Re: Hallo

Beitragvon Die.L » 03 Jan 2020 09:08:34

Moin Stephai,
im ersten Post schreibst Du "wenn ich Gluten esse..." und im zweiten Post "ich kann absolut gf probieren".
Im letzten schreibst Du, dass Du Dich die letzten beiden Jahre absolut gf ernährt hättest.
Ich möchte Dich nicht vorführen, sondern deutlich machen, dass "absolut gf" nichts ist, was allein im Kopf funktioniert, sondern was im normalen Leben sicher gute zwei Jahre braucht, um umgesetzt zu werden.
Auch, als wir für unsere Tochter die Ernährung umgestellt haben, und die Antikörper so rasant runter gegangen sind, waren wir noch sehr lange nicht "absolut gf" nach meiner Definition von oben.
Dazu solltest Du wissen, dass der Körper Gegenregulationsmechanismen hat, so lange er permanent mit Gluten beschossen wird. So ist man zwar geschwächt und gebeutelt, aber der einzelne Glutenunfall wird nicht als solcher bemerkt.
Später, unter gf Diät wird die Gegenregulation herunter gefahren, so dass jedes einzelne Krümelchen deutlich zu merken ist.
Nun ist nicht-glutenfrei Essen keine Alternative für Zölis wegen der massiv schädlichen Langzeitfolgen.
Ich bin gespannt, wie es Dir ergehen wird!
Schöne Grüße von Heike!
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Re: Hallo

Beitragvon Stephei » 03 Jan 2020 11:35:33

So jetzt bin ich total verunsichert. Ich habe in den letzten zwei Jahren glutenfrei gegessen. Und es war besser. Mit "Gluten essen" habe ich Diätfehler gemeint, die man einfangen kann, wenn man irgendwo essen geht. Jetzt erklärst du mir, dass man erst nach zwei Jahren absolut glutenfrei essen kann. Ich glaube, wir schreiben aneinander vorbei. Es ist leider auch sehr schwierig das Thema in einem Chat darzulegen. Natürlich ist mir bewusst, dass ich eine glutenfreie Diät einhalten muss. Und ich esse auch nicht absichtlich was glutenhaltiges.
Gruß
Stephei

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Re: Hallo

Beitragvon moni130 » 03 Jan 2020 14:12:59

Hallo Stephei,

"offiziell" reichen Deine Werte nicht, um eine Zöliakie-Diagnose festzunageln. Aber zwischen den Buchstaben der Leitlinien und den Erfahrungen Betroffener liegen Welten! Einige von uns hier im Forum haben in den - wenn überhaupt - durchgeführten Tests nie zöliakietypische Antikörper aufgewiesen, reagieren aber prompt auf jede Gluten-Panne. Nun könnte man spekulieren, woran das gelegen haben mag. In meinem Fall wurde, als die typischen Schleimhautveränderung in einer Biopsie entdeckt wurden, einfach eine ganz andere Diagnose gestellt. Ich weiß nicht mal, ob und welche Antikörper damals in den 80er Jahren zu einer Routine-Untersuchung gehört hätten.

Was ich auf meinem weiteren Weg während 20 Jahren an Irrtümern, Fehldiagnosen und Hilflosigkeit gegenüber immer schlimmer werdenden Bescherden erlebt habe, das ist es, was mich motiviert, mich hier im Forum zu engagieren. Denn die Lösung war unglaublich einfach: Ich habe mich nach kritischer Betrachtung meiner "Daten" und der Ahnung, dass da vielleicht etwas übersehen wurde, über alle an mich herangetragenen Spekulationen und Zweifel hinweg gesetzt und mich konsequent glutenfrei ernährt. Die frappierende Besserung und die heftigen Reaktionen auf Pannen lieferten Bestätigung und Ansporn, noch besser aufzupassen. So kann ich heute ein aktives Leben führen, auf das ich viele Jahre kaum noch zu hoffen wagen konnte.

Bei allen Untersuchungen kann es Fehler geben. Aber eher in der Richtung, dass etwas übersehen oder ausgelassen wird, als dass umgekehrt etwas gesehen wird, was nicht da ist. Daher traue ich negativen Ergebnissen nicht mehr, wenn x andere Fakten in eine andere Richtung deuten.

Was das "Buch" der DZG betrifft: Schmeiß es in den Müll! Zuverlässig ist einzig und allein die Zutatendeklaration auf den Produkten selbst. Wenn es Dich nervt, diese immer wieder nachzulesen, dann gibt es ein richtig gutes Mittel dagegen: Halte Dich an natürlicherweise glutenfreie Rohstoffe! Und lasse Deine Fantasie spielen, was man damit alles machen kann! Wetten, dass alles das alles "gesünder" ist als Die Sachen mit dem gf-Zeichen auf der Verpackung. Oder hast Du schon mal ne Banane mit gf-Zeichen gesehen, oder Eier, oder Kartoffeln, oder Äpfel, oder Möhren usw.?

Wenn Du immer noch meinst, auf Brötchen als Ersatz für das Mensa-Essen nicht verzichten zu können, dann hast Du wirklich noch nicht gelernt, was abwechslungsreiche glutenfreie Ernährung ist. Außerdem: Hast Du eigentlich mal mit dem Küchenchef der Mensa gesprochen? Du bist ja vielleicht nicht die Einzige, die gf Ernährung braucht.

Gruß
Monika
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Re: Hallo

Beitragvon Die.L » 04 Jan 2020 00:35:21

Moin Stephei,
Du kennst Moni vermutlich nicht persönlich und könntest ihren Ton in den falschen Hals bekommen (nachdem ich ja auch schon so „streng“ mit Dir war).
Sie meint es absolut freundlich, fröhlich und vor allem lebensbejahend!

Wie häufig kamen denn die Diätpannen bei Dir vor? Incl. der Dinge, die ich oben beschrieb („gf“ Weizenstärke, Hafer, etc...)?
Viele von uns brauchen mehr als eine Woche, um sich von so einer Panne zu erholen. Mein persönlicher Benchmark ist, weniger als eine Panne im Halbjahr zu haben. Meine Tochter hatte in ihren 6 1/2 Jahren weniger als eine im Jahr. Trotz Pubertät und wildem Leben.
Was ich sagen will: es braucht wirklich Zeit, bis der Darm sich wieder beruhigt.
Und man wird empfindlicher mit der Zeit. Einmal reagiert der Körper stärker, weil die Gegenregulation weg fällt. Aber man bekommt auch selbst mehr davon mit, weil man sich an das beschwerdefreie Leben gewöhnt.
Früher gab es keinen Tag ohne Durchfall und Bauchweh, der Alltag lief trotzdem, Arschbacken zusammen und los. Ich habe dem keine Beachtung geschenkt, aber es war immer da.
Wenn heute mal ein Pups quer sitzt, fällt mir auf, dass ich meinen Bauch normalerweise gar nicht mehr wahrnehme, dass er normalerweise einfach unbemerkt seinen Job tut. Vorher den 24h-Terror ignoriert und jetzt jeden Pups gewürdigt...
Sorry, sehr knackige Ausdrucksweise, aber ich hoffe, dass Du es trotzdem richtig verstehst.

Wenn Du bisher noch keine paar Monate am Stück pannenfrei hattest, dann versuche es doch erst noch einmal.
Schöne Grüße von Heike!
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Re: Hallo

Beitragvon Stephei » 04 Jan 2020 12:23:21

Ich hatte die letzte Panne im August im Urlaub. Da war irgendwelche Flocken im Dessert, der Koch sagte aber, es sei alles glutenfrei.

Leider habe ich nicht gedacht, dass auch gf Weizenstärke, gf Haferflocken auch was ausmachen. Ist doch gf, aber wohl doch nicht.

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Re: Hallo

Beitragvon moni130 » 04 Jan 2020 13:23:49

Hallo Heike,

danke, dass Du meine Worte ins richtige Fahrwasser gebracht hast. Du hast völlig Recht, dass ich manchmal nicht den richtgen Ton treffe, um jemanden, der ohnehin schon von Zweifeln geplagt ist, aufzurichten und sanft in die richtige Richtung zu stupsen, was ja eigentlich mein Ziel ist. Es ist auch immer wieder meine Verärgerung darüber, dass unsere sog. Interessenvertretung vor allem die Interessen ihrer Werbepartner vertritt und uns bzw. vor allem Neudiagnostizierte "blind" - d.h. durch die Werbung verblendet - in die offenen Messer der Marketingstrategen von Herstellern gf Produkte rennen lässt. Mit der Konzentration auf diese Produkte ist eine ausgewogene glutenfreie Ernährung schlichtweg nicht möglich.

Eigentlich würde ich ja am liebsten für jeden, der mit seiner Diagnose bzw. der gf Ernährung solche Probleme und dazu noch Kummer mit Angehörigen und Freunden hat, eine riesige Party organisieren. Da dürften dann alle nur Glutenfreies schlemmen 8) - und erst wenn alle pappsatt sind und den Caterer in höchsten Tönen loben, erklären was Sache ist. :lol:

Aber ich sehe auch einen anderen Aspekt. Lange, bevor ich mich mit Zöliakie befassen durfte, habe ich gelernt, dass es vielen Betroffenen von "unsichtbaren" chronischen Krankheiten sehr wichtig ist, etwas zu haben, das ihre Erkrankung nach Außen sichtbar macht. Auch wenn das für andere oft gar nicht erkennbar ist, sie halten sich daran fest, sei es nun ein (umstrittenes) Medikament, eine sündhaft teure Matratze oder eben bei Zölis die teuren glutenfreien Spezialprodukte. Das alles scheint das Selbstwertgefühl der Betroffenen zu heben, zumal in der Kommunikation mit anderen, die so etwas nicht haben. Aber das funktioniert natürlich nicht, wenn man als Zöli sagt, dass man lieber Kartoffeln statt gf Brot isst, statt gf Nudeln lieber Reis nimmt usw., denn an Kartoffeln und Reis ist ja nichs Besonderes.

Dank dieser Erkenntnis, habe ich beim Start in mein glutenfreies Leben zunächst einmal für mehrere Wochen ganz bewußt auf diese Spezialprodukte mit Symbolcharakter völlig verzichet. Ich wollte nicht in diese Psychofalle gehen, sondern einfach nur Gluten aus meiner Ernährung verbannen. Das hat wunderbar funktioniert, sowohl für den Bauch als auch für den Kopf. Ich habe mir vorgestellt, ich reise in ein Land, in dem Weizen & Co unbekannt sind und weil ich gerne reise, hatte ich Freude an dieser Gedankenreise und ihren Herausforderungen. Eigentlich nicht so herausfordernd, wenn man weiß, dass es auf dem ganzen amerikanischen Doppelkontinent bis zur Ankunft der europäischen Eroberer keine einzige glutenhaltige Pflanze gab, dafür aber Kartoffeln, Mais, Bohnen, Paprika, Quinoa, Tomaten, Kürbis, Erdnuss usw. von dort her stammen.

Ich kann nur jedem raten, sich selbst auf so eine gedankliche Abenteuerreise ins glutenfrei-Schlaraffenland einzulassen. Kostet nicht viel und bringt vielleicht doch wunderbare Erinnerungen.

Auf geht's ...
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Re: Hallo

Beitragvon Stephei » 06 Jan 2020 16:14:51

Hallo zusammen, bisher war mir immer noch jeden Tag schlecht und schwindlig. Ich hab manchmal das Gefühl, das wird erst besser, wenn das Essen aus dem Magen hinausrutscht. Die Übelkeit fängt oft schon nach dem Essen an. Was kann man dagegen tun? Habt ihr eine Idee. Ich habe jetzt alle Lebensmittel mit Spuren weggelassen. Und auch das glutenfreie Brot reduziert und abends Kartoffel gegessen, statt Brot. Leider habe ich bei einer Größe von 1,60 m derzeit ein Gewicht von 52,5 kg. Und ich habe Bedenken, dass das Gewicht noch weniger wird? Appetit habe ich sowieso nicht wirklich.

:(

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Re: Hallo

Beitragvon Stephei » 06 Jan 2020 16:15:59

Auch gf Haferflocken und gf Weizenstärke habe ich weggelassen.

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Re: Hallo

Beitragvon moni130 » 07 Jan 2020 16:48:55

Hallo Stephei,

nachdem wir uns schon mal einig sind, dass Aufgabe der gf Ernährung nicht in Frage kommt, will ich jetzt noch mal das Thema Schwindel und Übelkeit aaufgreifen. Da ist auch an etwas zu denken, das mit der Ernährung an sich gar nichts zu tun hat: Irritationen seitens der Wirbelsäule, speziell der Halswirbelsäule! Auch das sollte der Arzt mal in Erwägung ziehen. Es kann da echt blöde Effekte geben, bei denen man in der Regel nicht ahnt, dass sie von der Wirbelsäule ausgehen. Wenn man dafür "anfällig" ist, können schon psychische Belastungen - wie z.B. durch unqualifizierte Ratschläge durch Angehörige, gegen die man sich "behaupten" muss - über eine erhöhte Muskelspannung die Probleme auslösen. Aber auch eine ungünstige Sitzhaltung und viele andere Dinge können da rein spielen. Das Gute daran: Durch gezielte Behandlung lassen die sich die Irritationen leicht beheben. Aber man muss auch damit rechnen, dass da immer wieder mal etwas "hakt".

Selbsthilfeversuch: Entspannung schaffen, indem zunächst mal die Angst vor weiterer Verschlechterung aufgegeben wird, weil du ja jetzt weißt, dass es auch eine ganz einfache Lösung gibt. Ausprobieren ob Wärme an der HWS Erleichterung bringt. Für einen warmen Schal sind die Muskeln auf jeden Fall dankbar. Und natürlich für Bewegung. Und falls Du viel Zeit am PC oder am Handy verbringst, wäre es keine schlechte Idee, das mal zu reduzieren und/oder einen Ausgleich zu schaffen durch ausgiebige Spaziergänge, bei denen die Augen auch mal in weite Ferne gucken dürfen. Wenn Dich das Schwindelgefühl dabei behindert, nimm Walkingstöcke mit.

Bleibe dran,
Monika
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Re: Hallo

Beitragvon Stephei » 08 Jan 2020 18:54:47

Hallo,

Danke Monika für deine Antwort. Ja du hast Recht, ich habe einen PC Arbeitsplatz und es könnte echt sein, dass es von Verspannungen kommt. Spazieren gehe ich gerne. Gestern war ich beim Arzt wegen des Schwindels und der Übelkeit. Er meinte es ist psychosomatisch, mit Zöliakie hätte das nichts zu tun, die Blutwerte vom November waren ok.
Ich habe nächste Woche nochmal einen Termin zum Ultraschall vom Bauch. Da kann ich das mit den Verspannungen ansprechen.

Danke nochmals für die Antwort.
Gruß
Stephei

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Re: Hallo

Beitragvon moni130 » 08 Jan 2020 21:32:02

Dein Arzt ist ein Scherzkeks. Nur weil der Schwindel nichts mit Zöliakie zu tun hat, ist er doch noch längst nicht automatisch psychosomatisch!

Natürlich gibt es immer Wechselwirkungen zwischen Körper und Psyche, aber deswegen kann man nicht die Psyche für alle Beschwerden verantwortlich machen, zu denen einem im ersten Augenblick nichts einfällt.

Noch ein Tipp: Überlege mal, ob Du immer genug Flüssigkeit zu Dir nimmst. Wassermangel kann sich auch durch Schwindel und Übelkeit bemerkbar machen. Kaffee oder alkoholisches zählt dabei nicht zur Wasserversorgung, im Gegenteil. Versuche es doch einfach mal mit einer zusätzlichen Trinkmenge.
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Re: Hallo

Beitragvon AnneM » 09 Jan 2020 22:09:05

Liebe Stephei,

ich kann Monika nur zustimmen, dass nicht immer alles gleich psychosomatisch ist, was nichts mit einer bereits bekannten Erkrankung zu tun hat. Sollte der Schwindel trotz der bereits wunderbar herausgearbeiteten und einfach durchführbaren Aktionen wie erhöhter Flüssigkeitsaufnahme, ausreichend Schlaf und moderater Bewegung nicht besser werden, würde ich dir sogar empfehlen, im Verlauf eine HNO-ärztliche Vorstellung zu erwägen. Oberstes Gebot sollte es sein, erst somatische Ursachen auszuschließen, bevor eine psychosomatische Ursache postuliert wird, auch wenn dies sicherlich jeder Arzt als Option im Hinterkopf haben wird und sollte.

Ganz liebe Grüße und rasche Besserung!
Anne

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Re: Hallo

Beitragvon Stephei » 21 Jan 2020 14:31:06

Hallo

Bei mir scheint es besser zu werden. Ich habe wie gesagt Dinge ohne Spuren gegessen und war auch nicht mehr in der Mensa. Dort hängt jetzt ein Schild, dass die Salatsoße nicht glutenfrei ist. Vorher waren da immer nur kleine Schildchen mit den Allergenen. Und bei der einen war kein Weizen enthalten. Von Gluten stand da auch nichts drauf. Daher habe ich der Allergendeklaration getraut und von der Soße gegessen. Meine Verdauung scheint sich zu stabilisieren und anscheinend wird auch der Schwindel besser. Aber vielleicht mein ich das auch nur.

Gruß
Stephei


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