Duhring nach über 2 Jahren GF?

Hauterkrankung Dermatitis herpetiformis Duhring
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Duhring nach über 2 Jahren GF?

Beitragvon Cefix » 17 Jul 2017 08:50:41

Hallo zusammen,

nach 2 1/2 Jahren mit Zöliakie-Diagnose und funktionierender GF-Diät (soweit das an den Antikörperwerten bei halbjährlicher Kontrolle feststellbar ist) besteht bei mir nun der Verdacht auf Duhring. Da die Diät ja zu funktionieren scheint, kommt das jetzt halt schon etwas unerwartet. Allerdings kann ich gelegentliche Glutenisierung bei Verwandtenbesuch oder in Restaurants nicht völlig ausschließen, da ich keine der üblichen unangenehmen Probleme bekomme nach einer Glutenisierung. Auf Jod habe ich natürlich auch nicht geachtet.
Ich hatte die Jahre über immer mal wieder Hautprobleme, aber so extrem wie letzten Winter waren sie nie. Nachdem ich vor 2 Jahren ein paar Wochen in Korea war, hatte ich das erste mal großflächig juckende Stellen, die aber nach ein paar Wochen wieder weg waren, die Hautärztin hatte nach Untersuchung der noch vorhandenen Stellen damals Duhring ausgeschlossen. Nach über 1 1/2 Jahren Ruhe gab es diesen Winter dann wieder vermehrt Probleme, mit Verdacht auf Krätze. Nachdem der Arzt jetzt in Ruhestand gegangen ist, ist die neue Ärztin doch der Meinung, es sähe nach Duhring aus.
Nächste Woche wird eine Gewebeprobe von der Haut genommen für die Duhring-Diagnose.

Gibt es neben der Einhaltung der Kühlkette bei der Probennahme/Transport da noch etwas zu beachten? Oder sollte man auf die Probennahme in einer Uniklinik bestehen?
Wenn ich dann erstmal Dapson bekommen werde, muss ja auf die regelmässige (zuerst wöchentliche) Kontrolle der Blutwerte geachtet werden, gibt es da noch mehr zu beachten?
Sollte ich wirklich Duhring haben, werde ich wohl auch in Kürze mal einen GdB feststellen lassen, wie ich gelesen habe, kommt man dann ja idR auf 30%. Das bringt zwar nur einen Steuerfreibetrag, aber immerhin..

Danke fürs Lesen, und wenn Ihr ansonsten Tipps zur Diagnose habt, immer raus damit!

*Jo*
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Re: Duhring nach über 2 Jahren GF?

Beitragvon *Jo* » 17 Jul 2017 15:28:56

Hallo,

es sollte jemand die Probe nehmen der sich auskennt, eher Uniklinik. Bei mir ist das für diese Diagnose 2x passiert. Zuerst beim niedergelassenen Hautarzt, der die Probe mit dem Skalpell herausgeschnitten hat, damit zumindest auf autoimmun eingrenzen konnte, und dann an der Uniklinik. Dort hat der Arzt dem beisitzenden Studenten erklärt, was bei der ersten Probe falsch gelaufen ist.
Also es sollte eine Stanzprobe genommen werden einmal direkt an der betroffenen Stelle und dann nochmal knapp daneben. Diese sollten in NaCl Lösung eingelegt werden.
Für DH ist vor allem die Lokalisation wichtig. Also Ellebogen Streckseiten, Kniee, Po - Sitzbereich und darüber. Also Hautbereich die Druck ausgesetzt sibd und evtl. unter Druck verschoben werden.
Wenn man Dapson nimmt sollte man es zusammen mit Vitamin C nehmen, evtl. auch Vitamin E. Es kann in der Eingewöhnunsphase zu heftigen Kopfschmerzen kommen, traten bei mir erst nach Wochen auf, aber zu einem Zeitpunkt, als ich sie gar nicht gebrauchen konnte.
Ich würde vor allem wenn man dann schon Veränderungen im Blutbild ( rotes Blutbild) sieht darauf bestehen, dass Eisen, B12 und Folsäure kontrolliert wird und die Veränderungen nicht nur auf Dapson geschoben werden.
Melde dich einfach wieder, wenn es wirklich DH ist.

Grüße Jo

Cefix
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Re: Duhring nach über 2 Jahren GF?

Beitragvon Cefix » 18 Jul 2017 07:05:41

vielen Dank, Jo!

Das sind ja schon mal Infos, die ich bisher im Netz nicht gefunden habe.

Grüße
Christian

Cefix
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Re: Duhring nach über 2 Jahren GF?

Beitragvon Cefix » 18 Aug 2017 23:00:20

habe dann gestern den 2. Laborbericht bekommen.

der erste, die dermahistologische Begutachtung:

Mikroskopie: Stufenschnitte durch das Gewebe zeigen eine orthokeratotisch verhornte Epidermis. Oberflächlich perivaskulär und interstitiell liegt ein lymphozytäres Infiltrat mit neutrophilen Granulozyten , die Leutozytoklasie zeigen. Supepidermal findet sich fokal ein Ödem mit beginnender Spaltbildung. In der PAS-Färbung lassen sich keine Hyphen nachweisen. In der Giemsa-Färbung lassen sich keilne Bakterien nachweisen und Mastzellen sind nicht vermehrt. In der Alcianblau-Färbung ist Muzin nicht vermehrt. In der EVG-Färbung sind die elastischen Fasern erhalten.

Diagnose: Der Befund ist gut vereinbar mit einer Dermatitis herpetiformis Duhring. Entscheidend ist der Befund der direkten Immunfluoreszenz.

2. Bericht: Pathologisch-anatomische Begutachtung

Mikroskopie:
1) Haut mit mittelbreiter Epidermis. Die Dermis leicht unregelmäßig mti einer vermehrten Orthokeratose. Beginnende subepitheliale Spaltbildung. Hier einzelne entzündliche Infiltrate. Im tieferen Stroma perivaskuläre Rundzelleninfiltrate.
2) Im Gefrierschnittverfahren erkennt man eine Haut mit mehreren subetpithelialen meist kleinen und beginnenden Blasen. Spärlich entzündliche Infiltrate.
Direkte Immunfluoreszenzuntersuchung:
IgG: Negativ.
IgM: Negativ.
C3C: Negativ.
IgA: Fraglich positive fleckförmige Ablagerungen am Blasendach.
Beurteilung:
Blasen bildende Dermatose, morphologisch und auch in der Immunfluoreszenz passend zu einer Dermatitis herpetiformis Duhring.
Kein Anhalt für Malignität oder Spezifität.

Habe mit der Hautärztin (noch) nicht sprechen können, sie liess aber über die Arzthelferin ausrichten, es wäre Duhring. Die Ärztin hat wohl vor kurzen auch erst ihren Facharzt an einer Uniklinik gemacht und Erfahrungen mit Duhring-Fällen gehabt.

Klingt alles nicht wirklich eindeutig, aber ich muss wohl die Duhring-Diagnose akzeptieren. Die gf-Diät funktionert ja nach den Blutwerten vom Gastroenterologen offensichtlich, was die Diagnose sicherlich nicht vereinfacht. Nach der Probennahme habe ich dann auch mal verstärkt auf Iod geachtet und manche der Hautprobleme sind offensichtlich zurückgegangen, aber auch nicht alle. Mal schauen, was das auf lange Sicht bringt. Waren ja bisher nur 2-3 Wochen.
Hab eine Überweisung an eine Uniklinik zur Dapson-Einstellung, aber der nächste freie Termin ist im Dezember.. ^^
Morgen geht es erstmal nach Borkum. Im Nachhinein vielleicht nicht der perfekte Urlaubsort..
Nach dem Urlaub werd ich mal andere Kliniken anfragen. Nicht, dass ich sonderlich scharf auf Dapson bin, aber wenns hilft..

Gruß
Christian

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Re: Duhring nach über 2 Jahren GF?

Beitragvon *Jo* » 21 Aug 2017 08:22:14

Hallo Christian,

für mich klingt das auch nicht eindeutig. Duhring charakterisiert sich durch granuläre IgA Ablagerungen, die man bei der direkten Immunfluoreszenz sieht. Das sehe ich nicht. ( Wenn du unter granuläre IgA googelst findest Bilder, wie das ausschaut.)
Ich habe meine Befund durchgeschaut, bei mir stand bezüglich IgA: Granuläre Ablagerungen entlang in der papillären Dermis und entlang der Basalmembranzone"
Bei dir schaut die entsprechende Formulierung so aus:
"IgA: Fraglich positive fleckförmige Ablagerungen am Blasendach."
Alle anderen Sachen, die für Morbus Duhring sprechen sind klar negativ IgM und C3C.
(IgM, C3 und Fibrinogene bildeten bei mir ebenfalls granuläre Ablagerungen entlang der Basalmembranzone.)
Es gibt ja noch andere blasenbildende Hauterkrankungen. Blasen haben sie ja gesehen.

Meiner persönlichen Meinung nach steht die Diagnose auf wackligen Füßen. Es kann natürlich sein, das das Bild bei dir nicht so ausgeprägt ist, da du bereits sehr lange glutenfrei isst.
Reagieren denn die Hautausschläge auf Cortisonsalbe?

Was würde ich tun? Bevor ich mit Dapson starten würde, würde ich versuchen die Diagnose zu sichern - also ab an eine Uniklinik.
Wenn du jetzt Dapson nimmst, wird Dapson das Bild noch mehr verschleiern und Dapson hat heftige Nebenwirkungen, niemand sollte das auf Verdacht nehmen.
Bevor du Dapson einnehmen darfst sollte auch das Enzym Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase kontrolliert werden. Ein Mangel muss ausgeschlossen werden.

Aus welcher Ecke Deutschlands kommst du denn? An der Klinik, an der ich behandelt werde könntest du Morgen in die Allgemeine Ambulanz ohne Termin dafür musst du viel Zeit mitbringen. Es sollte allerdings nicht quer durch Deutschland sein, denn wenn du Dapson nehmen musst, dann musst du die ersten 3 Monate jede Woche zur Blutkontrolle.

Du kannst auch bei der DZG anfragen. Da gibt es einen Herrn Dr. Rose, der sich um die Duhringpatienten kümmert. Frau Dr. Baas leitet die Anfragen weiter bzw. bespricht sich mit ihm. Dann würde nochmal ein Arzt auf diese Histologie schauen und dir auch evtl. einen Tipp geben wo du hingehst. Ich bin ja kein Arzt und kann die Sachen nur mit meinen Befunden vergleichen.

Du kannst mir auch gerne eine PN schicken ( keine email- funktioniert im Moment nicht), Wohnorte usw. würde ich zumindest gerne in privaterem Rahmen diskutieren

Grüße Jo

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Re: Duhring nach über 2 Jahren GF?

Beitragvon Shirl » 21 Nov 2018 15:05:17

Hallo,
Wollte mal fragen ob bezüglich der Diagnose und Behandlung sich was getan hat und wie es dir zur Zeit geht.
Ich bin derzeit nervlich am Ende.
Situation:
Mein Sohn ( 20 Jahre ) Hashimoto, Zöliakie, Schuppenflechte.
Meine Zöliakie Diagnose erfolgte nach seiner im Jahr 2013. Zudem habe ich eine undifferenzierte Kollagenose, seit 4.17 Behandlung mit Quensyl.
Haut immer sehr empfindlich.
Seit sieben Wochen massive Probleme. Habe auch erst die Herbstgrasmilbe vermutet. Hatte ich auch vor ein paar Jahren schon einmal. Natürlich den Verdacht bei der Hausärztin geäußert und Salbe hat nicht angeschlagen. Nur alles noch verschlimmert. Dann wieder hin und zum Hautarzt. Neurodermitis, Cortison Salbe. Tschüß.
Nur wird es immer schlimmer. Einzig am Bauch heilt es so langsam ab( da fing es an).und an Hüfte und Gesäß. Dann Schulterbereich. Nun auch an der BH Linie, Ellenbogen (unter und oberhalb) beide Arme. Knie nur links. Aufür den Füßen und seit eben linker Unterarm. Ich bin so am verzweifeln. Ach, und die komplette Kopfhaut. Nur habe ich keine sichtbaren Bläschen. Nur Quaddeln ( Pappeln) die jucken und nässen( Textilien verkleben darin) Nach einer Juck Attacke ist mir richtig übel.
Gruß,
Shirl

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Re: Duhring nach über 2 Jahren GF?

Beitragvon *Jo* » 22 Nov 2018 08:51:39

Hallo,

geh' mit deiner Haut an eine Uniklinik und lass das dort anschauen.
Ansonsten verweise ich auf meinen ersten Beitrag in diesem Thread, bzw. ander in diesem Forum. Ich denke da findest du genug Informationen.

Du kannst aber gerne auch noch geziehlt nachfragen.

Grüße Jo

Shirl
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Re: Duhring nach über 2 Jahren GF?

Beitragvon Shirl » 22 Nov 2018 22:26:01

*Jo* hat geschrieben:Hallo,

geh' mit deiner Haut an eine Uniklinik und lass das dort anschauen.
Ansonsten verweise ich auf meinen ersten Beitrag in diesem Thread, bzw. ander in diesem Forum. Ich denke da findest du genug Informationen.

Du kannst aber gerne auch noch geziehlt nachfragen.

Grüße Jo

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Re: Duhring nach über 2 Jahren GF?

Beitragvon Shirl » 22 Nov 2018 22:37:23

Vielen Dank Jo,
ja, ich weiß, eine Diagnose könnt ihr alle nicht stellen. Aber ich bin echt erstaunt wie viele Leute mit so einer Hautgeschichte zu kämpfen haben. Ich wohne doch eher ländlich. Die Ärzte und Kliniken sind die reinste Katastrophe. Hier ist alles Neurodermitis. Cortison. Tschüss. Ich habe bei meinem Sohn den Verdacht geäußert dass er evtl kein Weizen verträgt als er ein Jahr alt war. Der Kinderart hat mich ausgelacht. Uns ich brauchte zwölf dramatische Jahre um genau das dann doch bestätigt zu bekommen.
Und ich bin mittlerweile echt am Ende. Dieser Juckreiz macht mich wahnsinnig. Hatte Frau Dr. Baas leider telefonisch nicht erreichen können. Habe ihr einen Mail geschrieben. Werde morgen nochmal zu meiner Hausärztin. Dann soll sie ne Einweisung in die Klinik fertig machen.
Einen schönen Abend,
LG Shirl

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Re: Duhring nach über 2 Jahren GF?

Beitragvon *Jo* » 22 Nov 2018 23:56:23

Hallo Shirl,

Meiner Erfahrung nach wird Fr. Dr. Baas deine Anfrage an Dr. Rose weiterleiten. Die Antwort kann dadurch vielleicht etwas länger dauern

Du kannst dich auch um einen ambulanten Termin bemühen. Vielleicht geht das schneller. Bei mir wurden die Sachen ambukant gemacht.

Grüße Jo

Shirl
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Re: Duhring nach über 2 Jahren GF?

Beitragvon Shirl » 23 Nov 2018 22:12:12

Nur nochmal zur Info uns vielen Dank für euer Verständnis und eure Antworten. War heute nochmal bei der Hausärztin. Nein, DAS ist doch keine Neurodermitis!!!! Dann kommt es vom Quensyl. Absetzen. Guckt aber auch nicht nach links oder rechts. Sie hat auch nach der Diagnose nie die Antikörper getestet. Wozu das denn gut sein soll. Dorf eben. Ich warte mal ab ob ich von der DZG ne Rückmeldung bekomme.
Schönes Wochenende allerseits

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Re: Duhring nach über 2 Jahren GF?

Beitragvon Marion1951 » 25 Feb 2020 13:40:15

Hallo
ich stehe jetzt total auf dem Schlauch und
weiß nicht mehr weiter.
Habe vor kurzer Zeit mal geschrieben das ich kleine
Hautprobleme habe in der Zwischenzeit hat es sich ganz
schön ausgeweitet.
Nun war ich vorige Woche zur Blutabnahme beim Hautarzt und heute zur Auswertung.
Habe meine Zöli Werte mit überprüfen lassen.
Der Arzt war damit gar nicht zufrieden und sagte, da müßtee alles auf 0 sein
ich schreibe sie mal
Gewebstransglutaminase igG 5,5 U/ml <7,0
Gewebstransglutaminase IgA 2,3 U/ml <7.o
Deamidierte Gliadin IgG-Ak 6,9 U/ml <7,0


Deamidierte Gliadin IgA-Ak 2,2 U/ml <7,0
Dieser Beisatz stand noch drunter: aktuell kein Hinweis auf das Vorliegen einer Zöliakie.
Das ist doch ein Zeichen das die glutenfreie Ernährung richtig ausgeführt wird.
Er sagte aber nein das muß auf 0 sein.
Jetzt tippt er voll auf Duhring und will das ich eine Magenspiegelung mache
dabei war ich das letzte Mal auf Marsh 3a und es dauert ja mit der
Regenerierung des Darmes, das wissen wir doch alle. Aber könnten es nun Eurer Meinung
nach Duhring sein.
Bitte helft mir. ich weiß das wäre eine Ferndiagnose und die könnt ihr natürlich nicht stellen,
aber was würdet Ihr mir raten? Ist eine Magenspiegelung in diesem Falle unbedingt
nötig?
LG Marion

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Re: Duhring nach über 2 Jahren GF?

Beitragvon moni130 » 26 Feb 2020 11:50:27

Hallo Marion,

ich kann eine Ferndiagnose stellen, nämlich zur einschlägigen Kompetenz Deines Arztes. Ergebnis: Nahe Null!

Die Ergebnissse der Antikörpertests bedeuten genau das, was auf dem Laborbericht steht: "aktuell kein Hinweis auf das Vorliegen einer Zöliakie."
Solche Test können so gut wie niemals das Ergebnis 0 liefern. Die Testmethode hat es an sich, dass nach einer Prozedur, die bei Anwesenheit von Antikörpern eine Verfärbung einer Probe hervorruft, diese Verfärbung photometrisch bzw. colorimetrisch quantifiziert wird. Da wirkt sich mit einiger Wahrscheinlichkeit jedes Staubkörnchen aus der Umgebungsluft so aus, dass niemals 0,0 raus kommen kann. D.h. es wird ein Zahlenwert zwischen annähernd 0 und 255 geliefert, wobei immer ein Bereich von 0 bis zu einem im Laborbericht angegebenen Schwellenwert als "negativ" gilt, weil eben in diesem Bereich nicht wirklich etwas da ist, was tatsächlich gemessen werden kann. Die Probe ist "weiß". In Deinem Fall ist dieser Bereich abgegrenzt als < 7. Zwischen diesem Schwellenwert und einem Wert etwas darüber (z.B. 10 wenn 7 der Schwellenwert ist) liegt dann das Rauschen der Methode. D.h. ein Wert, der da dazwischen liegt, kann weder als sicher negativ noch als sicher positiv beurteilt werden. Zwischen 11 und 255 kann die gemessene Färbung mit der Menge der in der Probe enthaltenen Antikörper korreliert werden. Wenn eine Probe maximal gefärbt ist, liefert die Methode nur noch den höchsten Wert von 255, ohne dass man sagen könnte, wie hoch die Antikörperkonzentration wirklich ist.

Diese Methode ist nix Neues und wird auch für viele andere Tests angewandt. Deswegen ist das, was Dein Arzt dazu sagt, wirklich sehr befremdlich. - Aber denk Dir nix dabei. Es gibt viele echt komische Vögel unter Ärzten. Der aktuelle Hit ist einer, von dem mir immer wieder berichtet wird, dass er fast jedem seiner Patienten als Behandlung ein Stückchen Teppichboden in die Schuhe schiebt. :shock:

Was die Ursache Deiner Hautprobleme ist, kann ich Dir natürlich nicht sagen. Aber ich kann Dir sagen, dass glutenfreie Ernährung typischerweise ein erhebliches Defizit bei der Versorgung mit Zink und einigen anderen Stoffen beinhaltet. Bei Zink ist es besonders drastisch, wenn man nicht darauf achtet, mit besonders zinkreichen Lebensmitteln den Mangel in gf Diätprodukten auszugleichen. Und Zinkmangel macht sich bekanntermaßen am ehesten an Haut und Haar bemerkbar. Also ohne ausreichende Zinkversorgung ....

Nebenbei: Ich beruhige mein Zink-Gewissen immer wieder mal mit einem Billigprodukt aus dem Teeregal vom nächstgelegenen Discounter. "Heißgetränk" steht drauf und drin ist in den Pulver-Sticks u.a. Zink (in Form von Zink-Citrat) und Vitamin C. Nach WHO-Meinung liegt der tägliche Zinkbedarf bei 22 mg, die DGE ist da sparsamer. In einem Getränkebeutelchen sind bei dem Produkt, was gerade vor mir liegt, 2,25 mg Zink enthalten.

Ich habe vor fast genau 11 Jahren schon mal ausführlicher über den Zinkmangel bei gf Ernährung geschrieben. Da steht auch etwas über besonders zinkreiche Lebensmittel, mit denen wir gegensteuern können.

Bei Hautproblemen würde ich generell erst einmal damit anfangen, die Zinkversorgung zu optimieren.

Gruß
Monika
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Re: Duhring nach über 2 Jahren GF?

Beitragvon Marion1951 » 26 Feb 2020 16:36:15

Hallo Moni,

ich danke Dir sehr für Deine schnelle und ausführliche Antwort.
Also sind die Werte gut, hab ich mir schon gedacht, aber auch langsam an mir
gezweifelt.Ja der Arzt ist offensichtlich eine Null, habe ihn mir nun erst neu gesucht.
Er ist sehr emphatisch, was man auch nicht immer so erlebt, aber was nützt einem
das, wenn Hautärzte immer nur Cortison kennen. Eine Blutuntersuchung hatte er zwar gleich
gemacht auch Zink mit einem Wert von 11,75, was ja nicht ob das nun ausreicht.
Er hat gesagt meine Werte, auch der Entzündungswert CRP wären alle gut. Außer eben
diese Zöli-Werte und das läge alles an der Zöliakie mit der Haut.
Jetzt muß ich Cortison schmieren, ich werde mir aber vielleicht einen Termin bei meinem
Gastro holen, vielleicht kann ich zu einem Gespräch bei ihm durchdringen.
Danke für den Tip mit dem Getränk. Werde es mir besorgen.
Als ich den Arzt auf Vitamin und Mineralstoffmängel hinwies, wollte er nichts
davon wissen. Er hat ja gar keine anderen Vitamine überprüft.

Liebe Grüße Marion

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Re: Duhring nach über 2 Jahren GF?

Beitragvon Marion1951 » 26 Feb 2020 16:48:37

Hallo Moni,
ich sehe gerade noch, der Arzt hat auch noch das Holo-Transcobalamin
(ist wohl soviel ich weiß B12, oder?)
Der Wert liegt bei 109,74 pmol/l. Kennst Du Dich da eventuell auch aus?
Ist das nicht viel zu hoch?

LGMarion

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Re: Duhring nach über 2 Jahren GF?

Beitragvon moni130 » 26 Feb 2020 17:35:15

Zink im Blut zu bestimmen ist nicht unbedingt zielführend. Zink ist nur zu einem sehr geringen Anteil im Blut. Es wird in diversen Organen benötigt und ob da genug vorhanden ist, bekommt man eben nicht raus, wenn man das Blut untersucht. Außerdem kann kein Mensch etwas mit einer Zahl ohne die dazu gehörige Einheit und die Normalwerte etwas anfangen.

"Zink wird zu einem sehr großen Teil eingelagert. So vertreten einige Mediziner die Auffassung, dass es keine korrekte schulmedizinische Methode zur Erfassung des Zinkwertes gibt. Fakt ist, dass ein Großteil des Zinks im Körper gespeichert ist.

60% in der Muskulatur
30% in den Knochen
10% in anderem Körpergewebe ..." - Quelle --> klick

Von den 2-4 g, die im Körper gespeichert sind, befinden sich im Blut nur 6-12mg/l. Bei 5-6 l Blut sind das nicht mehr als 0,03 bis 0,072 g. Das Blut ist Transportmittel, um die Stoffe dahin zu transportieren, wo sie gerade am dringendsten gebraucht werden.

Für Probleme mit der Haut ist ja nicht wirklich der Gastroenterologe zuständig. Dafür gibt es Hautärze. Die haben für diese fachliche Qualifizierung sehr viel auswendig gelernt, hat mir mal ein Arzt verraten.

Du hast zwar Zöliakie und damit eine vorhersagbare Chance, dass Hautprobleme durch Zinkmangel auftreten, aber niemand hier kann sagen, ob nicht ganz, ganz andere Ursachen dafür in Frage kommen. Also geh zum Hautarzt und lasse dort Deine Haut anschauen und eine Diagnose stellen.

Beim Holo-TC-Wert fehlen wieder die Referenzwerte. Aber es sieht wohl so aus, dass ein Vitamin B12-Mangel derzeit nicht vorliegt.

Andere Vitamine zu bestimmen ist Kokolores. Die meisten Vitamine werden innerhalb von Stunden (Vitamin C), Tagen (B1, B2) oder Wochen (B6) abgebaut. D.h. bis ein Analyeergebnis aus dem Labor kommt, hat es schon keinen Aussagewert mehr. Nur das B12 ist eine Ausnahme. Das wird über Jahre im Körper gespeichert.
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Re: Duhring nach über 2 Jahren GF?

Beitragvon Heiterkite » 26 Feb 2020 17:59:16

Marion1951 hat geschrieben: ich sehe gerade noch, der Arzt hat auch noch das Holo-Transcobalamin
(ist wohl soviel ich weiß B12, oder?)
Der Wert liegt bei 109,74 pmol/l. Kennst Du Dich da eventuell auch aus?
Ist das nicht viel zu hoch?

LGMarion


Beim Holo TC (ist nicht direkt Vitamin B 12, aber ein Marker dafür) gibt es kein zu hoch.
Es gibt da auch keine obere Norm, sondern nur > 50, also soll größer sein als 50. (Je nach Labor, kann auch 60 sein oder 40)

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Re: Duhring nach über 2 Jahren GF?

Beitragvon Marion1951 » 26 Feb 2020 18:13:25

Der hautarzt wollte ja das ich eine Magenspiegelung machen lassen und mir
gleich eine überweisung dazu gegeben. Nun werde ich aber den Gastro nur
um ein Gespräch bitten, wenn das so einfach geht??
Anscheinend war der Hautarzt, als ich ihm mitteilte, das 2017 bei mir zöliakie
entdeckt wurde vollends überfordert.
Nun muß ich sehen, wie es weitergeht.Danke nochmals Euch beiden für die Antworten.

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Re: Duhring nach über 2 Jahren GF?

Beitragvon moni130 » 26 Feb 2020 18:23:58

Sorry, hatte meine Brille nicht geputzt und in Deinen Beiträgen Hausarzt statt Hautarzt gelesen.

Mach nen Strich drunter, mit dem wirst Du wohl nicht weiter kommen.
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Re: Duhring nach über 2 Jahren GF?

Beitragvon Marion1951 » 27 Feb 2020 09:06:53

Da hast Du wohl recht, muß ich darüber nachdenken.
Manchmal kommt man dann auch vom Regen in die Traufe.
Oder kann mir eventuell ein Forummitglied aus Leipzig einen guten Hautarzt
nennen, mit dem er gute Erfahrungen gemacht hat?


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