Zöliakie und Allergien - Trotzdem an der Grenze zu Übergewicht

Osteoporose, Rheuma, Schilddrüsenerkrankungen (u.a. Hashimoto),
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Emily_Z
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Zöliakie und Allergien - Trotzdem an der Grenze zu Übergewicht

Beitragvon Emily_Z » 17 Feb 2020 13:17:08

Hallo an alle!
Ich bin neu hier und hoffe, dass ich mit meinem Anliegen im richtigen Themenbereich gelandet bin.

Ich wurde vor 1,5 Jahren mit Zöliakie diagnostiziert. Leider haben mir einige Ärzte meine Beschwerden damals nicht geglaubt - darum wurde bei mir die Zöliakie erst diagnostiziert als mein Zustand schon sehr kritisch war. Meine Werte waren damals so hoch dass sie nicht mehr messbar waren. Die Darmuntersuchung war demnach auch sehr unerfreulich. Aber dennoch war ich damals dankbar über die Diagnose, da ich endlich wusste, dass mein Zustand nicht normal ist und dass ich etwas daran ändern kann.

Ich habe meine Ernährung demnach direkt auf glutenfrei umgestellt und auf Empfehlung meines Arztes hin auch direkt laktosefrei gegessen. (Später wurde eine Laktoseintoleranz diagnostiziert).

Dennoch gab es für mich keine Besserung und nach weiteren Untersuchungen wurde mir gesagt dass ich hochallergisch auf Soja reagiere. In den folgenden Wochen wurde mir auch noch bewusst, dass ich weitere Lebensmittel nicht mehr vertrage. Laut Ärzten ist dies der Fall, weil mein Darm und Immunsystem so geschwächt war.
Demnach verzichte ich jetzt auf: Gluten, Laktose, Soja, Tomaten, Kiwi. Fructose geht in Maßen, bei Bananen und Haselnüssen bin ich sehr vorsichtig. Ich verwende außer Salz und Pfeffer nur ein paar frische Gewürze wie Basilikum oder Rosmarin und Esse keine Soßen.

Vor einem Jahr wurde auch eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert, weshalb ich jeden Tag Schilddrüsenhormone (Thyrex 75ug) einnehme.

Die Zöliakie liegt bei mir in der Familie - ich vermute dass sie bei mir ausgelöst wurde, nach dem ich im Alter von 17 einen Bandscheibenvorfall hatte. Dieser wurde ebenfalls viel zu spät erkannt und ich hatte damals eine fortgeschrittene Entzündung im Rücken weshalb ich über mehrere Wochen lang täglich Infusionen bekommen habe. Ich habe damals Entzündungshemmer, Antibiotika und starke Schmerzmittel bekommen. Naiv wie ich damals war habe ich nicht daran gedacht, was diese Mischung an Mittelchen mit meinem Körper und vor allem mit meinem Darm anstellt. Aber mit dem Ergebnis muss ich heute wohl oder über zurechtkommen.

Im großen und ganzen kommen ich mit der Zöliakie und den Allergien sehr gut zurecht. Mit was ich nicht zurechtkomme ist die Tatsache dass ich ständig zunehme. Mir wurde gesagt, dass Personen die an Zöliakie leiden meist eher abnehmen und nicht zu.

An der Ernährung kann es meinem Gefühl nach eigentlich nicht liegen - ich trinke nur Wasser, Tee (ungesüßt) und ab und zu Milch (laktosefrei). Essen tue ich hauptsächlich Reis, Kartoffel und Gemüse. Ab und zu Müsli (glutenfrei) und zum Frühstück selbst gebackenes Brot mit etwas Marmelade. Ich gehe sehr viel mit meinem Hund spazieren. Ausdauersport wie laufen usw. ist aufgrund von meinem Rücken momentan noch nicht möglich aber ich mache fast täglich Homeworkouts.

Nun zu meiner Frage: hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen? Kann es an Wassereinlagerungen liegen - und was kann man dagegen unternehmen - Lymphdrainage?

Ich bin ein wenig verzweifelt was das angeht - hauptsächlich weil ich mich in meinem Körper nicht wohl fühle und mich dafür schäme.

Über eure Antworten würde ich mich sehr freuen und hoffe eure Erfahrungen lesen zu dürfen.

Liebe Grüße,
Emily ;-)

Heiterkite
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Re: Zöliakie und Allergien - Trotzdem an der Grenze zu Übergewicht

Beitragvon Heiterkite » 17 Feb 2020 18:05:46

Wassereinlagerungen sind ja optisch gut von echter Gewichtszunahme zu unterscheiden.
Und es müsste auch einen Grund dafür geben.

Die wahrscheinlichste Ursache für Zunahme ist einfach, dass man zuviel isst.
Nein, dafür muss man nicht „fressen“. Ich habe, wenn ich keinen Sport mache, einen Gesamtumsatz von etwa 1500 kcal.
Die angeblichen 2000 kcal Tagesbedarf, die meisten bei Nährwerttabellen dabeistehen, wären für mich also deutlich zu viel. So wie für die meisten Frauen. (500 kcal zu viel am Tag machen in einem Jahr etwa + 25 kg!)
Ich dachte lange, mein Stoffwechsel sei nicht in Ordnunß :oops: Aber nein, ich habe einfach zu viel gegessen. Als ich anfing auf die Kalorien zu achten war ich überrascht, dass ich nie noch dicker war. :oops: :oops:
Eine Pizza hat etwa 1000 kcal :shock:
Ein „normales“ (haha) Sonntagsfrühstück mit 2 Brötchen, Rührei, Saft...sprengt meinen Tagesbedarf locker!

Und man muss halt nicht ungesundes, Fastfood oder Süßigkeiten essen, damit es zuviel ist.
Entscheiden ist die Menge an Energie (Kalorien). Und gerade sowas wie Müsli haut da voll rein. Eine Portion (= 30 Gramm) hat (ohne Milch) etwa 100 Kalorien. Und 30 Gramm Müsli sind einfach lächerlich wenig. Ich würde vermutlich locker 3 Portionen so weglöffeln.

Dinge mit vielen Kohlehydraten haben meist auch recht viele Kalorien- bei nicht sehr langer Sättigung. Also Brot, Müsli, Nudeln...
Seitdem ich Nudeln abwiege, esse ich kaum noch welche. Das kleine Häufchen Nudeln macht micht zu traurig :lol: Nudeln esse ich fast nur noch im Urlaub.

Das Abnehmen bei Zöliakie ist ja in erster Linie, wenn man nicht glutenfrei isst. Dann rutscht das Essen halt so durch.
Aber eben auch nicht bei jedem.
Es ist auch nicht ungewöhnlich nach der Umstellung auf glutenfreies Essen zuzunehmen. Weil halt mehr „drin bleibt“.

Ich hätte anfangs am liebsten ALLES gegessen, was ich an besonderen glutenfreien Produkten gefunden habe. (Ich esse sehr gerne :oops: :-D )
Vor lauter Begeisterung über deren Existenz habe ich mit sogar mal
gf Spekulatius in den Einkaufswageb gepackt- Ich mag gar keine Spekulatius :lol:

Tipp zum Essen: weniger Kohlenhydrate, mehr Protein
Aber vor allem ein Buchtipp: „Fettlogiken überwinden“ von Nadja Hermann.

Emily_Z
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Re: Zöliakie und Allergien - Trotzdem an der Grenze zu Übergewicht

Beitragvon Emily_Z » 17 Feb 2020 20:51:57

Hallo,
vielen Dank für deine liebe und vor allem ausführliche Antwort.

Ich werde mich deinem Rat annehmen und die kommende Zeit mal Kalorien zählen. Schaden kann das auf jeden Fall nicht. :) Mir kommt auch vor, dass einige glutenfreie Produkte(vor allem Müsli Produkte oder Riegel) überzuckert und demnach Kalorienreich sind.

Mir ist es in der Anfangszeit meiner Zöliakie ganz ähnlich ergangen wie dir - alles was glutenfrei angeboten wurde musste fast schon mit. Zu groß war die Freude darüber, dass es immer noch kleine Schlemmereien gibt. Heut kaufe ich so nur noch sehr selten - einerseits weil ich es meistens nicht vertrage und weil es preislich in keiner Relation steht.

Vielen Dank!
Liebe Grüße,
Emily

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Re: Zöliakie und Allergien - Trotzdem an der Grenze zu Übergewicht

Beitragvon AnneM » 17 Feb 2020 21:17:37

Hallo Emily,

rein theoretisch kann bei Hypothyreose natürlich auch eine ungenügende Substitution mit Schilddrüsenhormonen zu einer Gewichtszunahme führen. Sowohl über eine vermehrte Einlagerung von Fett, als auch über das Myxödem, das man dann nicht ohne weiteres als Wassereinlagerung erkennen würde. Ich hoffe einfach, dass das bei dir engmaschig überprüft wird?!

Weiterhin viel Erfolg bei deiner komplizierten Diät! Hoffentlich erholt sich dein Darm bald wieder so weit, dass einige der Lebensmittel zurück auf den Speisenplan können,

Ganz liebe Grüße
Anne

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Re: Zöliakie und Allergien - Trotzdem an der Grenze zu Übergewicht

Beitragvon Die.L » 17 Feb 2020 23:11:19

Außer der Milch hast Du keine eiweißreichen Nahrungsmittel erwähnt... wenn Du eh Kalorien zählen möchtest, zähl das Eiweiß mal mit. Man braucht ganz grob 1g Eiweiß pro kg Körpergewicht pro Tag.

Eiweißmangel macht Ödeme!
Schöne Grüße von Heike!
Mit Tochter aus 02/2004 (Zöliakie diagnostiziert seit 10/2013)
Für mich seit 06/2017 Diagnose antikörpernegative Zöliakie


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