Lebensmittelindustrie - Warum so viel Gluten?

Eure Fragen und Tipps zu einzelnen Lebensmitteln
dan
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Lebensmittelindustrie - Warum so viel Gluten?

Beitragvon dan » 22 Aug 2004 22:55:39

Dieses Eiweiss im Weizen scheint ja ein toller Stoff zu sein. Als Wasserbinder Nr.1, als Trägerstoff für Aromen, als "technisches Hilfsmittel", als "Geschmacksvermittler" siehe auch Saitan und und und...

Ich habe das gefühl, die meisten Lebensmitteltechnologen, die für Rezepturen und Produktionsverfahren (leider auch teilweise von Bioprodukten) verantwortlich sind, haben kaum eine Ahnung was sie anrichten. Meines wissens ist z.B. die Aromaindustrie in Deutschland auf sehr wenige Firmen beschränkt (z.B. http://www.symrise.de/de/index.html).
Meine Frage in diesem Zusammenheng an dich Christina und andere DZG Vertreter: Tritt die DZG an solche Hersteller heran und leistet dort Aufklärungsarbeit?

Ein wichtiges Argument was dann immer kommt, ist "die Verbraucher wollen das alles so haben" und in dieser Hinsicht leisten die Bioläden gute arbeit, weil sie zeigen, dass es auch mit wesentlich WENIGER (Zutaten) geht.

Liebe Grüße
dan

:snoopy:

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Hetairos
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Beitragvon Hetairos » 28 Feb 2008 08:53:51

Hei zusammen,

beim Frühjahrsputz bin ich auf diesen Beitrag gestoßen. Im August 2004 hat dan keine Antworten darauf erhalten, dabei ist dies meines Erachtens die Krux, was unsere Klientel betrifft und deshalb habe ich den Beitrag mal als wichtig gekennzeichnet, denn er spricht uns doch Allen aus dem Herzen!?

Mit der Verbesserung der Kennzeichnungsverordnung wurden durchaus die Weichen für viele Erleichterungen im täglichen Einkauf gestellt.
Auch die Vorgaben der FDA für die Definition von Glutenfrei werden sich langsfristig nicht nur auf die USA beschränken. Es wird immer leichter für uns!

Dennoch möchte ich die von dan gestellte Frage noch einmal zur Diskussion stellen, denn immer wieder hören wir aus den Reihen unserer Nutzer, die ja auch zu einem großen Teil Mitglieder der DZG sind, den Ruf nach sinnvollerem Einsatz der Mitgliederbeiträge und nur wenn eine Verwendung der Gelder von den Mitliedern nachzuvollziehen ist, kann der Interessenvertretung langfristig ein sicherer Mitgliederbestand auch nach der Aera Listen erhalten bleiben.

Was dan seinerzeit fragte, packt das Problem an der Wurzel. Die vielen konventionell hergestellten Produkte, die in ihrer Rezeptur glutenfrei sind, stehen ihren glutenhaltigen Pendants doch in keinster Weise nach - ganz im Gegenteil! Je kürzer die Zutatenliste, umso mehr Vertrauen hat doch der Verbraucher (ob Zöli oder nicht) in das Produkt - das sollten die Hersteller doch nach und nach inzwischen erkennen und verinnerlichen - irgendann kommt's doch eh dann aus Amerika - einfach weil es auch zum Trendsetter werden kann für Alle:

free off - Produkte

... frei von (den Haupt-)Allergen - dann braucht man auch keine draufzuschreiben!
Wer sie trotzdem essen mag, kann sie sich ja zuhause reinbasteln!

Lieben Gruß
Hetairos
Es ist nicht alles glutenfrei, aber es ist nicht alles nicht glutenfrei, auf dem nicht glutenfrei drauf steht.

Evelyn
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Beitragvon Evelyn » 28 Feb 2008 18:49:15

Oh Yeah,
bin sehr dafür.
Es gibt aber auch positive Beispiele:
Herr Frosta z.B. hat da so ein paar Tielkühlmenües, bei denen er auf "alles" verzichtet. :yes:
Wenn dann noch die ganzen "Loose-Waren-Verkäufer" deklarieren würden, was drin ist, hätten wir fast das Paradies.

Grüße Evelyn

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sparrow
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Beitragvon sparrow » 28 Feb 2008 19:51:08

Ich stelle in letzter Zeit fest, dass es immer mehr Produkte ohne Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe gibt.
Sogar Knorr-Fix Produkte gibt es inzwischen ohne Chemie.
Ich glaube, dass da gerade eine Umdenken im Gange ist.
Noch nie haben "Bioprodukte" so geboomt wie zur Zeit.
Das muss doch einen Grund haben.
Ich finde es sehr gut!

Liebe Grüße
Trudel
Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen

www.glutenfrei-kochen.de
http://blog.glutenfrei-kochen.de/

asterisco
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Beitragvon asterisco » 29 Feb 2008 11:43:39

Ich bin auch sehr dafür! Dass Gluten (und das damit verbundene Aroma etc.) in Produkten nicht nötig ist und Lebensmittel ohne Gluten-Zusatz geschmacklich keinen Unterschied machen (Senf z.B.!), wissen wir doch alle - und nur um es den Herstellern leichter zu machen...?? Natürlich gibt es immer mehr positive Beispiele. Und natürlich kann man sagen, dass die eigene Kaufentscheidung auch eine Botschaft an die Hersteller ist. Aber möglicherweise keine ausreichend starke, solange die "glutenversetzten" Sachen noch gut verkauft werden. Und das werden sie wahrscheinlich, wenn sie preisgünstig sind (preiswert ist eine andere Frage).
Dass "die Verbraucher es so wollen", glaube ich aber auf keinen Fall, dazu gehen inzwischen zu viele zumindest für ein paar Produkte in den Bioladen oder nehmen was aus der Bio-Ecke im Supermarkt. Bestimmt nicht nur deswegen, weil es grade schick ist :wink: Das könnte man natürlich weiterspinnen - was haben ein Emulgator im Backpulver, Mono- und Diglyzeride von Speisefettsäuren im Kartoffelpüree und Traubenzucker in der Brotbackmischung zu suchen... Gibts alles auch ohne Zusätze, und ich hab noch von niemandem gehört, dass es schlechter schmecken würde.

Mir jedenfalls ist ein Weniger an Zutaten lieber.
Ich hätte übrigens gern dans Link zur Aromaindustrie angeklickt, aber er funktioniert nicht :?:

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jenesaispas
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Beitragvon jenesaispas » 29 Feb 2008 11:55:09

Hetairos hat geschrieben:...

Was dan seinerzeit fragte, packt das Problem an der Wurzel. Die vielen konventionell hergestellten Produkte, die in ihrer Rezeptur glutenfrei sind, stehen ihren glutenhaltigen Pendants doch in keinster Weise nach - ganz im Gegenteil! Je kürzer die Zutatenliste, umso mehr Vertrauen hat doch der Verbraucher (ob Zöli oder nicht) in das Produkt - das sollten die Hersteller doch nach und nach inzwischen erkennen und verinnerlichen - irgendann kommt's doch eh dann aus Amerika - einfach weil es auch zum Trendsetter werden kann für Alle:

free off - Produkte

... frei von (den Haupt-)Allergen - dann braucht man auch keine draufzuschreiben!.


Genau das ist der Punkt - wenn jedes Hauptallergen seine eigene Interessengruppe hat und man sich nicht zusammenschließt, ist das Kundenpotential nicht groß genug.
Weil anderen ist das Gluten egal, aber wollen kein Ei oder Nüsse drin. Oder Laktose,...

Deshalb haben genau solche Free-Off-Produkte wahrlich das Zeug zum Trendsetter - weil es viele bedient, obwohl man nur eine Regel beachten muss. Das ist für Hersteller einfacher und für jeden durchschaubar und bei der Vielzahl an Allergikern ein Riesen-Potential. Jeder der sich schlecht fühlt, kann ja mal schauen, ob er sich mit Free-Off besser fühlt.

Deshalb ists auch gut, wenn man da gemeinsame Anstrengungen unternimmt und alle mit ins Boot holt.

jnsp
Es reicht, daß ein Mensch versteht, worüber tausend den Kopf schütteln.
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susanne-henrichs

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Beitragvon susanne-henrichs » 18 Aug 2008 20:22:35

Des öfteren lese ich( biologisch aufgeschlossen) Weizenmehl.
Ein Ernährungsberater von der Fa. Hela meinte dies sei gf. Allerdings habe ich hier davon noch kein einziges Wort gelesen. Es wird gemeint daß, dieses Weizeneiweiß so gespalten ist, daß dieses nicht mehr schädlich sei!?

Davidan
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Beitragvon Davidan » 01 Nov 2009 16:20:06

sparrow hat geschrieben:Ich stelle in letzter Zeit fest, dass es immer mehr Produkte ohne Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe gibt.
Sogar Knorr-Fix Produkte gibt es inzwischen ohne Chemie.
Ich glaube, dass da gerade eine Umdenken im Gange ist.
Noch nie haben "Bioprodukte" so geboomt wie zur Zeit.
Das muss doch einen Grund haben.
Ich finde es sehr gut!

Liebe Grüße
Trudel



Hallo Sparrow,

lies doch mal das Buch die Öko Lüge von Stefan Kreutzberger. Leider ist dem Bio Wahn die Bio Verarsche gefolgt. Das sog. EU Bio Siegel und das sind 90% aller Bio Produkt, ist das Papier nicht wert.
Ökotest hat gerade massig Bio Spiese Öl mit mangelhaft bewertet.

anja3
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Beitragvon anja3 » 01 Nov 2009 17:06:58

Hallo Davidan,

Deine Meinung kann ich in dieser Form nicht teilen. Ich interessiere mich schon seit vielen Jahren für Bioprodukte und mir ist auch bewusst, dass hier vor allem zu Beginn viel "Schindluder" getrieben wurde. Allerdings sind die Kontrollen sehr streng und die Gefahr, bei einer Nichtbeachtung der Vorschriften die Bio-Lizenz zu verlieren, ist zu gross. Habe auch schon aus beruflichen Gründen Biobäcker besucht und festgestellt, dass alle Mehle und Kerne etc. in gesonderten Behältern aufbewahrt und die Backplätze getrennt geführt werden. Auch sind mir manche Biohöfe bekannt, deren Eigentümer selbst der Bioideologie voll verpflichtet sind. Dass Bio nicht gleichbedeutend mit komplettem Verzicht auf Spritz- und Düngemittel ist, wird in diversen Broschüren auch offengelegt und wenn Du genug Geldmittel zu investieren bereit bist, gibt es die Marke Demeter, die noch viel strengeren Auflagen wie Biobetriebe unterliegt.
Dass Getreide wie Hirse (DM) aus China mit einem Risiko trotz Biomarke verbunden ist, nehme ich einmal an ohne das Recht dazu zu haben, dies zu unterstellen - aber dann kaufe ich eben Biohirse aus Österreich oder aus Deutschland und auch auf folierte Biokarrotten aus Italien verzichte ich, wenn es diese auch aus der Region gibt.

Das zu Deiner Meldung. Wegen des Biospeiseöls gab es wenn Du alles gelesen hast nicht aufgrund des Rohstoffs selbst sondern tlw.wegen verunreinigter Abfüllschläuche bei Olivenöl Probleme und bei kritischer Beobachtung des Marktes kann sicher der Konsument selbst ein Bild davon machen, welche Bioprodukte er auswählt.

Gruss Anja 3

Nichts desto trotz teile ich Deine Meinung, dass jeder Konsument nicht kritisch genug prüfen kann, was er kauft!

egomanin
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Re: Lebensmittelindustrie - Warum so viel Gluten?

Beitragvon egomanin » 04 Mai 2012 10:35:33

Kennt ihr diese Seite? http://www.dzg-online.de/glutenfreie-er ... g.7.0.html. Tolle Informationen zum Thema Glutenfreie Ernährung!

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Jochen
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Re: Lebensmittelindustrie - Warum so viel Gluten?

Beitragvon Jochen » 04 Mai 2012 12:27:32

Hallo egomanin,

willkommen an dieser Stelle
sicherlich schreibst Du uns noch etwas über Dich im Unterforum
- Neue Mitglieder stellen sich vor - Bild

Der Link der DZG den Du uns nennst ist uns bekannt,
wir da fast alle dort Mitglied sind.
Mehr zu diesem Thema findest Du übrigens auf unsere linken Startseite :yes:
Bild Gruß Jochen

Sibylle

Re: Lebensmittelindustrie - Warum so viel Gluten?

Beitragvon Sibylle » 04 Mai 2012 12:39:12

dan hat geschrieben:Ein wichtiges Argument was dann immer kommt, ist "die Verbraucher wollen das alles so haben" ...

Ja sicher! Solange die meisten Menschen in unserem Land einfach nur kaufen und in sich reinstopfen, was ihnen schöngeredet wird, stimmen sie doch dieser Entwicklung zu! Wenn nicht genug da sind die NEIN sagen, heißt es auch weiternin "die Verbraucher wollen das alles so haben".

Übrigens trifft das meiner Meinung nach auch für gf Produkte zu. Die Verbraucher wollen anscheinend die ihnen vorgesetzten Industrieprodukte mit sonstwas für Zusatzstoffen drin zu egal welchem Preis. Hauptsache glutenfrei... Hat mal jemand die Zutatenlisten gelesen? Da kann einem doch manchmal übel werden! Mein "Lieblingswort": Essigsäureester von Mono- und Diglyceriden von Speisefettsäuren. Was macht das in Sahne? :?

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Re: Lebensmittelindustrie - Warum so viel Gluten?

Beitragvon Hetairos » 04 Mai 2012 13:17:15

Hi Sibylle,

Sibylle hat geschrieben: Mein "Lieblingswort": Essigsäureester von Mono- und Diglyceriden von Speisefettsäuren. Was macht das in Sahne? :?

Nicht, dass ich's gut finde, aber nachlesen kannst du es -->hier<--.

Liebe Grüße!
Heti
Es ist nicht alles glutenfrei, aber es ist nicht alles nicht glutenfrei, auf dem nicht glutenfrei drauf steht.

Sibylle

Re: Lebensmittelindustrie - Warum so viel Gluten?

Beitragvon Sibylle » 04 Mai 2012 20:27:49

Hallo Heti!

Ja, ich weiß. Hatte ich schon gelesen. (Ich musste doch nachschauen, wie mein "Lieblingswort" richtig geschrieben wird. :lol: )
Aber ehrlich - klingt doch schon mal echt unappetitlich.

Mir ging es nur darum festzustellen, dass man auch diese Zutat umgehen kann. Ich glaub, du hattest mich schon verstanden ;-)

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Re: Lebensmittelindustrie - Warum so viel Gluten?

Beitragvon Hetairos » 04 Mai 2012 21:34:42

Sibylle hat geschrieben:Ich glaub, du hattest mich schon verstanden ;-)

Freilich :knuddel:

Aber wir schreiben ja sowohl die Fragen als auch die Antworten für alle, die hier mitlesen.
Ich hätte aber besser schreiben sollen: "Hier kann man es nachlesen" ;)

Liebste Grüße!
Heti
Es ist nicht alles glutenfrei, aber es ist nicht alles nicht glutenfrei, auf dem nicht glutenfrei drauf steht.

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Re: Lebensmittelindustrie - Warum so viel Gluten?

Beitragvon Dusty » 08 Mai 2012 10:45:49

Beitrag von egomanin » 04 Mai 2012 11:35:33
Kennt ihr diese Seite? http://www.dzg-online.de/glutenfreie-er ... g.7.0.html. Tolle Informationen zum Thema Glutenfreie Ernährung!



ist bis jetzt die einzige, die mir wirklich weitergeholfen hat...
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seit 23.10.12 alles okay laut Colos- und Gastroskopie! -der Arzt sagt: Sie haben keine Zöliakie!
und alles ist und bleibt wie immer - mit Durchfall und Sodbrennen und Völlegfühl (trotz Miniportionen) Leben ist wohl mein Schicksal...


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