„20 ppm sind immer bedenkenlos“

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„20 ppm sind immer bedenkenlos“

Beitragvon Heiterkite » 25 Okt 2019 10:09:03

Sagt die DzG bei facebook.
„Belegt“ wurde das mit der hier viewtopic.php?f=66&t=13136&start=40 schonmal diskutieren „Studie“.

Anlass war der Aufruf zu einer Umfrage. Und die darin versteckte Behauptung, man könne sich beim Einlaufen irren, indem man etwas NICHT kauft, weil zum Beispiel Gerstenmalzektrakt drin ist.
Ich schrieb dann, dass etwas nicht zu essen ja mir nicht schadet. Etwas zu mir zu nehmen aber ggf schon, auch wenn eine durchgestrichene Ähre draufklebt.
Das führte dann zu der Behauptung.

Als ich geantwortet habe, dass diese Studie das ja nicht belegt, wurde ich gebeten, doch persönlich nachzufragen,
Nun, ich glaube zu wissen, warum die DzG das nicht öffentlich diskutieren möchte.

Ich bin ein ganz klitzekleinesbißchen sauer.


Zum selbst nachlesen:
https://www.facebook.com/25899135752394 ... 48?sfns=mo

FSM
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Re: „20 ppm sind immer bedenkenlos“

Beitragvon FSM » 11 Nov 2019 21:40:15

Bin nicht auf Facebook, aber hier die Gegenargumente, die hier schon länglich diskutiert wurden, in Kürze:

a) Die Schwelle zum Auslösen der Autoimmunreaktion durch "Gluten" ist unter Zölis unterschiedlich und bei manchen deutlich unter dem Median. Eigentlich sollte sich die DZG auch um solche Zölis kümmern, bei denen 20ppm im Brötchen deutlich zu viel ist.

b) "Gluten" ist ein Sammelbegriff von Verbindungen, die die Autoimmunreaktion auslösen. Längst nicht alle Verbindungen werden von gängigen Tests erfasst, sondern nur etwa die Häfte und der Rest wird hochgerechnet. Nun können die erfassbaren Anteile stark schwanken, insbesondere wenn ein Produkt künstlich "glutenfrei" gemacht wird, z.B. Weizenstärke. Also kein ein Produkt mit 30 oder 40 ppm belastet sein, der Test zeigt aber nur 10ppm an. Dieser Fehler ist gerade wegen a) relevant, denn die 20ppm Grenze ist nicht so gewählt, dass da viel Spiel nach oben wäre. Manche, vielleicht weniger industrienahe, Selbsthilfeorganisationen in anderen Ländern forder daher die Absenkung des Grenzwerts auf 3ppm. 20ppm ist nur eine überholte historische Nachweisgrenze. Schon alleine deswegen taugt sie nicht als der Weisheit letzter Schluss.

Viele Grüße vom FSM

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Re: „20 ppm sind immer bedenkenlos“

Beitragvon Die.L » 11 Nov 2019 21:57:51

Der Rotz (wie auf Facebook) stand auch im DZG-Heftchen.
Ich hab immernoch Blutdruck.

Gleichzeitig versucht die DZG noch ihre Liste zu vermarkten... wenn es per Papier nicht mehr geht, dann wenigstens per App.

An den Lizenzgebühren hängen die Arbeitsplätze dort...

Wenn „die Kunden“ sich von der Marke DZG und dem Logo emanzipieren, schwindet die Marktmacht.
Schöne Grüße von Heike!
Mit Tochter aus 02/2004 (Zöliakie diagnostiziert seit 10/2013)
Für mich seit 06/2017 Diagnose antikörpernegative Zöliakie

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Re: „20 ppm sind immer bedenkenlos“

Beitragvon Heiterkite » 16 Nov 2019 20:16:33

FSM hat geschrieben:Bin nicht auf Facebook, aber hier die Gegenargumente, die hier schon länglich diskutiert wurden, in Kürze:

a) Die Schwelle zum Auslösen der Autoimmunreaktion durch "Gluten" ist unter Zölis unterschiedlich und bei manchen deutlich unter dem Median. Eigentlich sollte sich die DZG auch um solche Zölis kümmern, bei denen 20ppm im Brötchen deutlich zu viel ist.



Im Prinzip steht das ja sogar in der „Studie“, die die verlinkt haben.

Und: Die Zölis, die weniger vertragen sind einfach weniger lukrativ als die „Glutensensitiven“ denen man Haferflocken, Weizenstärke und „entglutenisiertes“ Bier verkaufen kann.


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