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Zöliakie und Infektabwehr

Verfasst: 27 Feb 2020 22:12:56
von moni130
Aktuell erleben wir fast stündlich neue Nachrichten über immer mehr Infektionen mit einem fiesen Virus - als COVID-19 wird er in die Geschichte eingehen, ein Virus, von dem man noch gar nicht weiß, wie fies er sich auf längere Sicht erweisen könnte. Ansteckender als andere und mit viel größerem Risiko für schwere Verläufe im Vergleich zu anderen Virusinfektionen, das ist der Stand von heute abend, d.h. das, was von Gesundheitministerium, Virologen und Robert-Koch-Institut mitgeteilt wurde.

Wir leben in einer hoch mobilen Gesellschaft, heute hier, morgen dort. Niemand kann alle Risiken ausschalten, aber wir können zumindest ein zusätzliches Risiko vermindern, das sich für uns aus "falsch" zusammengesetzter glutenfreier Ernährung ergeben kann. Wenn dieser Virus unseren Weg kreuzt, dann liegt unser Heil ausschließlich in der Leistungsfähigkeit unserer Abwehr! Deshalb
geht es mir jetzt speziell um unsere Versorgung mit Zink. Zink ist anerkanntermaßen hilfreich bei der Abwehr von Infekten. In der üblichen glutenfreien Ernährung entsteht Unterversorgung bei verschiedenen Mikronährstoffen, darunter auch Zink! Somit ist unsere Rüstung gegen Angriffe von Erregern mit einiger Wahrscheinlichkeit dünner und löchriger als die von Menschen mit normaler Ernährung.

Schon vor 11 Jahren habe ich mal ausführlich über Zink in der glutenfreien Ernährung geschrieben. Hier noch mal mein Text von damals:

Zinkmangel ist bei Zöliakie nicht nur von Bedeutung, solange es noch zu Malabsorption kommt, sondern auch unter glutenfreier Diät!

Warum ist das so? Ganz einfach deshalb, weil nämlich die glutenhaltigen Getreideprodukte, die in unserer Ernährung wegfallen, ziemlich bedeutende Zinkquellen in der normalen Ernährung darstellen und die glutenfreien Sachen da nicht mithalten können. Über den Daumen gepeilt kann man davon ausgehen, dass die glutenfreien Ersatzprodukte etwa nur ein Viertel des Zinkgehalts gegenüber den glutenhaltigen Lebensmitteln aufweisen. Z.B. enthält Weizenmehl ca. 3,4 mg/100 g, glutenfreie Brotbackmischung aber nur 0,96 mg Zink. Eierteigwaren aus Weizen liefern 3,4 - 4,4 mg/100 g, glutenfreie Teigwaren nur 0,6 mg. Verbotene Haferflocken ca. 4 mg, erlaubte Cornflakes 0,26 mg usw.

Was kann man tun, um die Zinkversorgung zu optimieren? D.h. welche Lebensmittel enthalten viel Zink?
Den höchsten Zinkgehalt haben Austern - aber die mag man sicherlich nicht sooo oft essen. Aber: Man kann glutenfreies Brot z.B. aufpeppen mit Sesam, Kürbis- und Sonnenblumenkernen. Eier sind wichtige Zinkquellen! Ebenso Kakao und Mohn, Hickorey-, Pecan-, Erd- oder Cashew-Nüsse. Leber von Schwein oder Rind, die meisten Sorten Rind- oder Schaffleisch, Bergkäse, Emmentaler, Pilze, Erbsen und Möhren rangieren bei alltäglichen Lebensmitteln ganz oben beim Zinkgehalt.

Wieviel Zink braucht der Mensch? Nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung brauchen gesunde Erwachsene 15 mg/Tag*), die WHO meint aber, es sollten 22 mg sein.


Zinkversorgung zu optimieren, geht auch in lecker, wie die Aufzählung zinkreicher Lebensmittel zeigt. Noch genauer kann man sich hier (klick) über Zinkgehalte inforieren.

Vielleicht sollte man seiner Liste für Hamsterkäufe da noch einige Sachen zufügen. Na ja, es müssen keine Hamsterkäufe sein, aber eine gewisse Vorratshaltung sollte man schon ansteuern. So, wie sich die Lage momentan entwickelt, würde es mich nämlich nicht überraschen, wenn in 2-4 Wochen in einigen Regionen so viele Leute unter häuslicher Quarantäne ausharren müssen, dass die Versorgungsmöglichkeiten darunter leiden. Noch ist hier, über 200 km entfernt vom nachgewiesenen Infektionsfällen, nicht viel davon zu merken, außer dass im Drogeriemarkt schon gestern keine Desinfektionsmittel mehr verfügbar waren.
Aber es ist noch Seife da!

Passt gut auf Euch auf!
Monika

Re: Zöliakie und Infektabwehr

Verfasst: 28 Feb 2020 16:38:13
von Marion1951
Danke Moni,
da werde ich morgen gleich losgehen und mir außer dem Tee-Tip
noch ein ordentliches Zinkpräperat aus der Drogerie oder Apotheke?
holen, Hast Du noch einen Tip dafür?
Außer zinkreicher Nahrung, die kommt bei mir ja oft auf den Tisch, wird
aber vielleicht doch bei uns nicht ausreichen
LG Marion

Re: Zöliakie und Infektabwehr

Verfasst: 28 Feb 2020 17:47:34
von Die.L
Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis hat Zinkorot 25mg.
Einfache Tabletten mit 25mg Zink als Orotat (gut bioverfügbares organisches Salz).
Und es überschreitet auch die Schwelle für passive Resorption: ab 20mg werden aktive Transporter im Darm angeschmissen!
Wird Zink in kleinen Mengen über den Tag verteilt, wird es nur passiv aufgenommen, und wer eine schnelle Magen-Darm-Passage hat, kommt zu kurz.
Deshalb gerne als Kur kurzzeitig hoch dosieren.

Re: Zöliakie und Infektabwehr

Verfasst: 28 Feb 2020 17:53:33
von Marion1951
Kann die jeder nehmen, oder muß man
da etwas beachten?
und als Kur, wie lange meinst Du das?

LG Marion

Re: Zöliakie und Infektabwehr

Verfasst: 29 Feb 2020 07:56:59
von AnneM
An die Frage würde ich mich gerne insofern anschließen, ob es auch für Kinder geeignet ist.

Liebe Grüße
Anne

Re: Zöliakie und Infektabwehr

Verfasst: 29 Feb 2020 09:24:31
von Die.L
25mg täglich sollte man nicht ohne triftigen Grund dauerhaft einnehmen.
Wenn man einen Mangel vermutet, weil man eine schnelle Darmpassage hat (12h oder kürzer, dann ist zu wenig Zeit um genügend Zink aus der Nahrung aufzunehmen), weil die Nahrung zu wenig Zink enthält (vegan z.B.) oder weil der Verbrauch deutlich erhöht ist (z.B. bei Neurodermitis durch die Hautabschuppung), dann kann man immer mal wieder eine Kur machen.
Meist merkt man den Erfolg an einer stabilisierten Infektabwehr sowie einer Verbesserung des Hautzustandes (Juckreiz vermindert).
Achtung: Es muss mindestens 2h Einnahmeabstand zu L-Thyroxin eingehalten werden!

Re: Zöliakie und Infektabwehr

Verfasst: 18 Apr 2020 14:17:14
von moni130
Hallo Leute,

momentan läuft das Forum - nach langem Herumstochern zumindest schon mal in einemTest-Modus. Somit ist das jetzt auch ein Test-Eintrag.

Trotzdem möchte ich nicht versäumen zu erwähnen, dass ich das Gefühl habe, dass es goldrichtig war, das Thema Infektabwehr hier zu diskutieren. Ich bin Heike sehr, sehr dankbar für ihren Tipp.

Monika