Beschwerden trotz Ernährungsumstellung

Wie wurde Zöliakie / Sprue bei euch festgestellt? Wie geht ihr mit der Erkrankung um?
ChrisRock
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Beschwerden trotz Ernährungsumstellung

Beitragvon ChrisRock » 07 Mär 2020 23:53:19

Liebe Zölis,

vielen Dank für die Aufnahme ins Forum! Schätze es sehr, dass es eine solche Plattform gibt und freue mich auf den künftigen Austausch! :)

Bei mir begann die Leidensgeschichte vor circa drei bis vier Jahren, als ich schleichend zunehmend stärkere Verdauungsprobleme bekam. Zunächst dachte ich diese wären stressbedingt, da ich zu dem Zeitpunkt größere berufliche Herausforderungen hatte. Damals meinte der Gastroenterologe auch, dass es in die Richtung Reizdarmsyndrom geht.
Im Oktober letztens Jahres habe ich die das Thema erneut bei einem anderen Arzt aufgenommen und zusätzlich Lebensmittel und andere Unverträglichkeiten in einem Labor testen lassen.
Dabei kam die Diagnose Zöliakie Marsch 3c, sowie eine Kasein (Milchprotein) Allergie heraus. Seitdem verzichte ich strickt auf Gluten, auf alle Milchprodukte und nehme wenig Fruktose zu mir. Zudem achte ich auf mögliche Kontaminierungen, esse eher mehrere kleine Mahlzeiten verteilt über den Tag und koche vollwertige, abwechslungsreiche Mahlzeiten zuhause. Zusätzlich gehe ich kaum auswärts essen, um mögliche Unfälle zu vermeiden.

Die Beschwerden gingen nach circa zwei Monaten etwas zurück, kamen dann jedoch wieder und momentan habe ich immer noch Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme. Außerdem konnte ich einen Leistungsverlust beim Sport und Müdigkeit während des Alltags deutlich feststellen. Zudem kommt eine leicht bedrückende Gefühlslage, finde es zehrt etwas und man geht irgendwie auch nicht mehr so glücklich/unbeschwert durchs Leben. Viele haben bestimmt ähnliche Erfahrungen gemacht.

Daher meine Frage, ob Ihr ebenfalls solche Erfahrungen gemacht habt? Wie lange hat es gedauert, bis sich alles stabilisiert hat, bis die Müdigkeit nachgelassen hat und Ihr wieder auf einem guten Fitness Niveau wart?
Gerade an Leute, bei denen die Umstellung schon länger zurück liegt: Könnt Ihr nach Jahren wieder ein komplett unbeschwertes Leben führen, mit dem selben Wohlbefinden, wie vor der Krankheit?

Würde mich sehr über Eure Erfahrungen und Empfindungen besonders während der Anfangszeit freuen.

Besten Dank und allen ein schönes Wochenende :)

Chris

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Re: Beschwerden trotz Ernährungsumstellung

Beitragvon Die.L » 08 Mär 2020 11:22:22

Moin und herzlich willkommen!
Marsh 3c ist schon echt eine Hausnummer.
Jetzt mit Beginn der glutenfreien Ernährung (erst ein paar Monate, wenn ich das richtig verstanden habe) fährt der Körper auch die Gegenregulationsmechanismen herunter (nicht mehr so viel körpereigenes Cortison). Das führt mitunter dazu, dass die Erschöpfung und die Folgen des Mikronährstoffmangels der vergangenen Zeit sowie Diätpannen stärker wahrgenommen werden.

Über die vielen Fallen des Alltags (Einkauf, gemischte Küchen etc) hast Du hier sicher schon viel gelesen.
Das Auswärts-Essen würde ich aus heutiger Sicht zunächst komplett einstellen.
Gerade neulich wieder passiert: Spreche mit der Thekenkraft darüber, wie sie mir etwas leckeres und sicheres zu Essen zaubert, dabei richtet sie mir ein Heißgetränk. Und schneller als ich gucken konnte, hantierte sie mit der Keksdose genau über meinem Getränk, um den obligatorischen Keks auf den Löffel zu befördern.
Den Krümel auf dem Schaum hat sie selbst gesehen, als ich sie drauf hinwies.
Wäre mir das Getränk an den Tisch gebracht worden, wäre der Krümel längst eingesunken, ich hätte das Getränk getrunken und den Keks einfach liegen gelassen.

Zum Beginn unserer glutenfreien Karriere wäre ich verzweifelt gewesen ob der Einschränkungen. Inzwischen bin ich locker und entspannt und lasse mich durch nichts aufhalten (auch mein Kind nicht).
Schöne Grüße von Heike!
Mit Tochter aus 02/2004 (Zöliakie diagnostiziert seit 10/2013)
Für mich seit 06/2017 Diagnose antikörpernegative Zöliakie

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Re: Beschwerden trotz Ernährungsumstellung

Beitragvon moni130 » 08 Mär 2020 16:56:22

Im Oktober letztens Jahres habe ich die das Thema erneut bei einem anderen Arzt aufgenommen und zusätzlich Lebensmittel und andere Unverträglichkeiten in einem Labor testen lassen.
Dabei kam die Diagnose Zöliakie Marsch 3c, sowie eine Kasein (Milchprotein) Allergie heraus

Hallo Chris,

sicherlich ist das eine sehr verkürzte Darstellung des gesamten diagnostischen Vorgehens. Ich lese heraus, dass im Oktober eine Spiegelung mit Probenentnahme gemacht wurde und die Biopsie zur Zöliakiediagnose geführt hat. Richtig? Was sagten die zöliakiespezifischen Antikörper?
Welche wurden bestimmt? Mit welchem Ergebnis? Wann ist die erste Kontrolle angesetzt?

Was bei mir gewisse Glocken schrillen lässt, das ist dieser Halbsatz
und zusätzlich Lebensmittel und andere Unverträglichkeiten in einem Labor testen lassen
. Kommt daher die Kasein-Allergie? Oder wie wurde die festgestellt?

Wenig Fruktose zu sich zu nehmen ist nie falsch. Nur wissen die meisten Leute nix davon. Wie bist Du darauf gekommen?

Außerdem konnte ich einen Leistungsverlust beim Sport und Müdigkeit während des Alltags deutlich feststellen.
Enthalten Deine vollwertigen, abwechslungsreichen Mahlzeiten ausreichend Carnitin und ein paar andere Stoffe, die man vorwiegend durch Fleisch bzw. überhaupt durch tierische Nahrung erhält?

Da schließt sich gleich die Frage an, ob es im Blutbild irgendwelche Auffälligkeiten gegeben hat? Bei Marsh 3c würde ich da auch schon einiges erwarten, das man mit gewissen Mikronährstoffmängeln in Verbindung bringen könnte.

Stimmung: Da fallen mir diverse mögliche Ursachen ein, dass die jetzt im Keller ist.
1. Oben erwähnte Möglichkeit von Mängeln bei Mikronährstoffen, die das Glückshormon Serotonin benötigt.
2. Ganz normaler Winterblues
3. Am Ende des Winters ist der Vitamin D-Vorrat auch am Ende, bei jedem in unseren Breiten. Vitamin D-Mangel kann aber auch zu Stimmungstiefs führen. Öfter mal Hering oder Lachs auf den Teller und vielleicht lachst Du dann auch bald wieder ;)

Gruß
Monika
"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."
- Immanuel Kant (1784))


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