Erhöhtes Risiko Coronavirus?

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Erhöhtes Risiko Coronavirus?

Beitragvon ManuGF » 05 Mär 2020 13:35:29

Hallo zusammen

Menschen mit einer Autoimmunerkrankung zählen bei Grippe, und insbesondere aktuell beim Coronavirus, zu den Risikopersonen. Zöliakie ist ja eine Autoimumunerkrankung. Zählt man mit Zöliakie nun also zu den Risikogruppen und ist besonders gefährdet?

Danke für eure Rückmeldungen & Grüsse

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moni130
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Re: Erhöhtes Risiko Coronavirus?

Beitragvon moni130 » 05 Mär 2020 16:09:06

Hallo Manu,

ich habe vor einigen Tagen in einem anderen Diskussionsfaden schon mal darauf hingewiesen, dass bei glutenfreier Ernährung u.a. die ausreichende Zink-Versorgung nicht immer sichergestellt ist. Zink spielt aber eine erwiesenermaßen wichtige Rolle bei der Infektabwehr. Ganz allgemein und nicht nur bezogen auf das, was sich jetzt mit dem SARS-CoV-2 hier abspielt.

Es ist sicherlich nicht übertrieben, wenn man jetzt mit einem von kompetenter Seite empfohlenen Präparat aus der Apotheke sein Immunsystem auf Zack bringt.

Ob man allein wegen Zöliakie zu den Risikogruppen gehört, kann ich nicht beurteilen. Es könnte allerdings durchaus von Bedeutung sein, wie gut man die Zöliakie durch korrekt glutenfreie Ernährung im Griff hat.

Als Risikogruppen für schwere Verläufe gelten bisher Personen ab 50, Menschen mit Lungenerkrankungen wie COPD oder Asthma, mit Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetiker.

Bleibt alle schön gesund ...

Monika
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Re: Erhöhtes Risiko Coronavirus?

Beitragvon ManuGF » 05 Mär 2020 17:26:53

Vielen Dank für deine Rückmeldung. Zink nehme ich bereits seit längerem :)

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Re: Erhöhtes Risiko Coronavirus?

Beitragvon Heiterkite » 05 Mär 2020 21:12:13

Das erhöhte Risiko haben nicht Menschen mit Autoimmunerkrankungen sonden mit geschwächtem Immunsystem. Das ist etwas völlig anderes.

Allerdings braucht man bei manchen Autoimmunerkrankungen (z.B. bei Rheuma) Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva), damit ist man dann eben immungeschwächt.

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Re: Erhöhtes Risiko Coronavirus?

Beitragvon Die.L » 06 Mär 2020 06:36:17

Ich denke (ohne es bisher verifizieren zu können) mit der Aussage „erhöhtes Risiko für Menschen mit Autoimmunerkrankungen“ sind Menschen gemeint, deren Immunsystem akut eine Fehlfunktion hat oder jederzeit zu Entgleisen bereit ist. Und natürlich alle unter immunsuppressiver Therapie. Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa, Multiple Sklerose, Sarkoidose, Rheumatoide Arthritis... solche Sachen sind gemeint. Nicht sowas wie Hashimoto, Vitiligo, Seborrhoische Dermatitis... so lange kein Gluten kommt, passiert ja bei Zöliakie nichts.
Schöne Grüße von Heike!
Mit Tochter aus 02/2004 (Zöliakie diagnostiziert seit 10/2013)
Für mich seit 06/2017 Diagnose antikörpernegative Zöliakie

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Re: Erhöhtes Risiko Coronavirus?

Beitragvon moni130 » 06 Mär 2020 12:08:32

Die einzige Sorge, die ich in Bezug auf Zöliakie habe, ist die Sicherstellung der glutenfreien Ernährung im Falle einer Isolierung oder Quarantäne. Ich denke, jetzt ist der Moment gekommen, wo jeder - zumindest was speziell glutenfreie Produkte betrifft, auf die man nicht verzichten will oder kann - mal seine Vorräte durchsehen sollte, ob die für zwei Wochen ausreichend sind.

Viel mehr Sorge bereitet mir der Umgang der Gesundheitsprofis mit Verdachtsfällen, jedenfalls in meiner Gegend, der so gar nicht zum Gesülze der Politiker von wegen alles im Griff passt. Samstag kam ein Ski-Urlauber mit Fieber aus der Lombardei zurück, meldete sich am Montag beim Hausarzt, Gesundheitsamt usw., hat alles richtig gemacht. Es dauerte bis Mittwoch, bis überhaupt eine Probe genommen wurde und bis Donnerstag Nachmittag, bis das Ergebnis da war. Der erste bestätigte Fall im Landkreis, aber bitteschön ohne nähere Ortsangabe, so dass sich nun über 100.000 Landkreisbewohner fragen können, ob es in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft eingeschlagen hat, oder 50 km entfernt. - Irgendwann wird es sehr viele von uns treffen. Lt. dem führenden Virologen Christian Drosten, wird 60 bis 70 % der Bevölkerung irgendwann an dem Virus erkranken. Es ist vor allem eine Frage der Zeit, wann man dran ist - und wie weit bis dahin die Forschung an wirksamen Medikamenten voran geschritten ist. Da ich in einer Stadt lebe, in der etwa die Hälfte der Einwohner schon aufgrund des Alters zur Risikogruppe für einen schweren Verlauf gehört, zudem - da bekannter Kurort - auch noch von vielen Menschen mit gesundheitlichen Problemen aufgesucht wird (durchschnittl. über 21.000 Gäste pro Monat), hätte ich mir gewünscht, dass die geballte medizinische Kompetenz, die angeblich hier versammelt sein soll, sich beim ersten Auftreten eines Verdachtsfalles beispielgebend gezeigt hätte. Aber es ist wohl genau das Gegenteil passiert. Und wenn es jetzt nicht gleich einen Rattenschwanz an weiteren Infektionen gibt, dann ist das nur dem vorbildlichen Verhalten des Erkrankten und seiner Familie zu verdanken.

In Bayern hat die Zahl der bestätigten Fälle innerhalb eines Tages um 36 % zugenommen. In einigen anderen Bundesländern dürfte es ähnlich oder sogar noch drastischer aussehen, z.B. NRW und Baden-Württemberg, bzw. deutschlandweit sogar eine Zunahme um über 50 % (von 349 auf 534 von gestern 8 Uhr auf heute 7 Uhr). Wenn das so weitergeht - und leider sehe ich noch keine entschiedenen Maßnahmen um die von Virologen geforderten Ausbreitungsbremsen zu betätigen - dann sind wir, das kann jeder nachvollziehen, der eine Dreisatzrechnng beherrscht, in weniger als zwei Wochen allein in Bayern (!) bei Fallzahlen, wie sie heute aus Italien oder Iran gemeldet werden. Das sind leider die Fakten. Beim RKI kann man jederzeit die aktuellen bestätigten Zahlen nachlesen: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/N ... ahlen.html .

Eine gute Informationsquelle ist auch das werktägliche Gespräch mit dem Virologen Prof. Christian Drosten, das über diese Seite des NDR gehört werden kann: https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html .

Bitte bleibt gesund und falls es doch jemanden erwischt, egal ob normale Erkältung oder wirklich Virus-Verdacht - bleibt daheim in der Kuschelecke, genießt die Zeit, um mal Filme zu gucken, Hörbüchern zu lauschen, euren Indoor-Hobbies nachzugehen usw. nehmt Euch Zeit ganz allein für Euch. Bitte bleibt gelassen und denkt vor allem daran, dass bei 80 % der Infizierten nicht mehr passiert, als bei ganz normalem Schnupfen-Husten-Heiserkeit. Und wer zu einer oder mehreren Risikogruppen für einen schwereren Verlauf gehört, sollte darauf vertrauen, dass unser Gesundheitssystem mit "schweren" Erkrankungen weitaus besser umgehen kann, als z.B. mit Zöliakie. So halte ich es jedenfalls.

Monika
Zuletzt geändert von moni130 am 07 Mär 2020 13:45:02, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Erhöhtes Risiko Coronavirus?

Beitragvon moni130 » 06 Mär 2020 14:33:50

Heute vom RKI online gestellt:
Informationen und Hilfestellungen zu Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren COVID-19 Krankheitsverlauf
- aktueller Link dazu: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/N ... uppen.html
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Marion1951
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Re: Erhöhtes Risiko Coronavirus?

Beitragvon Marion1951 » 07 Mär 2020 12:50:07

Auch die Podcasts vom NDR mit Christian Drosten
sind sehr informativ. Jeden Tag kommt da ein update.
Danke Moni, für Deine Info.

Marion1951
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Re: Erhöhtes Risiko Coronavirus?

Beitragvon Marion1951 » 07 Mär 2020 16:05:04

Ach Mensch, auf den Podcast hatte Moni ja auch schon
hingewiesen, habe ich jetzt gerade noch mal gesehen.


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